Auf Nachbars Tellern

Selber pflücken, herstellen oder die fertigen Produkte direkt beim Erzeuger probieren – auf einer kulinarischen Rundreise zwischen Rhein, Maas und Waal.

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Alles aus der Milch: Hausgemachtes kann man hier im Hofladen Hoekelum kaufen oder auch mal selber käsen.
© Friederike Brauneck

Text & Fotos: Friederike Brauneck

Wenn Sie immer schon mal selber Käse machen wollten – in der Boerderij (zu deutsch Bauernhof) Hoekelum nahe Bennekom in den Niederlanden können Sie loslegen. Und ganz nebenbei erfahren Sie noch Wissenswertes über Kuh und Milch. Diederick van Kampen, Eigentümer des ehemaligen Bauernhofes, bringt es auf den Punkt: „Das Wasser muss aus der Milch, der Rest ist Käse. Oder Quark, das ist nämlich weicher Käse.“ Hört sich einfach an –, aber ein paar Zwischenschritte sind schon notwendig, bis die appetitliche Kugel fertig vor mir liegt.

Gelegen ist der Bauernhof Hoekelum bei Bennekom am Rande der Veluwe, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande. Mitten drin der Nationalpark de Hoge Veluwe mit einem großen Angebot von ausgeschilderten oder geführten Wanderungen – und Kultur vom Feinsten: die größte private Van-Gogh-Sammlung im Kröller-Müller-Museum.

Hier kommt der Kaffee aus der Bohne

Kaffeeliebhaber zieht es dagegen vielleicht eher in die Hansestadt Nimwegen, oder Nijmegen auf Niederländisch. Hier, am südlichen Arm des Rheins namens Waal, kann man im Koffiehuis & Branderij Coffyn die Geschmacksnerven mit verschiedenen Kaffeesorten trainieren. Bei einer Probe, die einer Weinverkostung in nichts nachsteht, werden Entdeckung, Herstellung und Arten der Zubereitung des dunklen Gebräus erklärt. Und die Unterschiede sind gewaltig: Mein Favorit ist ein ökologischer Peru Arabica mit süßem und erdigem Geschmack aus dem „Mokkapot“, einem Espressokocher in groß. Für die trendigen kleinen Maschinen für Kapsel & Co. hat man nur ein Kopfschütteln übrig. Und wenn die Röstmaschine angeworfen wird und eine Welle köstlichen Aromas durch die Räume wabert, erahnt man die eigentliche Kaffeetradition.

„Slow-Food“ im wahrsten Sinne

Jenseits der Grenze auf deutscher Seite überrascht das Angebot von „Genuss auf der Karte“ mit einer Weinbergschneckenzucht.

Was kann man auf einer kleinen Fläche von einem Hektar besser halten als Schnecken? Bei Frau Dickel haben die Tierchen drei bis vier Jahre Zeit, bis sie ihr Schicksal ereilt. Den Sommer über dürfen sie sich – allen Fressfeinden wie Kröten und Krähen zum Trotz – durch das wilde Grün der eingezäunten Felder futtern. Erreichen ihre Häuschen 32 Millimeter Umfang, heißt es im August: „Ernte“. Für Interessierte veranstaltet Angelika Dickel nach Anmeldung Gruppenführungen durch ihren naturbelassenen Betrieb ohne Pestizide. Und natürlich gibt es im Anschluss eine Kostprobe: Erdig-nussig schmeckt das feste Fleisch, „mit dem man alles machen kann, was man mit Fisch, Fleisch oder Pasta so macht“, weiß die Schneckenfrau. Und überaus gesund noch dazu – wenig Kalorien und Cholesterin, viel Eiweiß und Omega-3-Säuren!

Doch damit längst nicht genug der Genüsse auf deutscher Seite. Wie wäre es mit selbstgemachten Pralinen? In Kempen, einer hübschen kleinen Stadt am Niederrhein, kann man sich unter der geduldigen Anleitung von Konditormeisterin Ute Wirsig-Müller im Café Peerbooms erproben. Dank etwas Vorarbeit bringt das Seminar schnell sichtbare Erfolge: Da werden kleine Marzipan-Pistazien-Rechtecke in Schokolade gebadet. Trüffel – alle Pralinen, die rund sind – auf Gittern „geigelt“ für die typische stachelige Außenhaut. Beim finalen Ausgarnieren ist Kreativität erwünscht: Mit der Spritztüte feine Striche ziehen – filieren – oder gar Namen schreiben, Tupfen setzen und zu Herzen verziehen. Zukünftig genießt man edle Pralinen mit dem Insider-Wissen um die feine Handwerkskunst!

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Im siebten Pralinen-Himmel – dank eines Seminars in Kempen.
© Friederike Brauneck

Gaumenreise im Whisky-Glas

Im niederrheinischen Kerken dagegen kann man eine Reise durch Schottland oder Irland starten, immer entlang der feinsten Whisky-Destillerien. In der Whisky-Botschaft, stilvoll in einem 250 Jahre alten Haus, lernt und schmeckt man den Werdegang dieses zur Zeit sehr angesagten Getränks, das dem deutschen Reinheitsgebot unterliegt. Über Tausend geöffnete Flaschen in der Whisky-Botschaft geben einen kleinen Eindruck von der Vielfältigkeit dieses traditionsreichen Getränks – am Ende bleibt die Qual der Wahl.

Diese und viele andere Gaumenfreuden kann man bei kulinarischen Reisen unter Nachbarn entdecken. Am besten einfach mal schauen, worauf Sie gerade Appetit haben! Kostenlose Broschüre unter: www.genussaufderkarte.de.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 01 / 2016

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