Das Gold der Karibik

Bei Flensburg denken wir wahlweise an Bier oder Punkte in der Verkehrssünderdatei. Dabei war es vor allem der Rum, der die Stadt an der Förde berühmt machte. Das „Gold der Karibik“ hat zahlreiche Spuren hinterlassen.

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Text & Fotos: Wolfgang Stelljes

Man kann sich dem Rum in Flensburg auf sehr unterschiedliche Weise nähern. Für einen ersten sensorischen Eindruck reicht ein Kneipenbummel. Es gibt Kneipen, in denen Grog ganzjährig serviert wird, selbst im Hochsommer, zum Beispiel im „Café Central“ am Nordermarkt, dem wohl schönsten Platz in der ­Innenstadt. Im „Porticus 1740“, ­einer urigen Eckkneipe ein paar Meter weiter, dient der Rum dagegen eher als ­Basis für ­diverse Cocktails. Und bei „Piet ­Henningsen“ am Hafen wird er gern auch pur aus­geschenkt, aus Drei-Liter-­Flaschen, die von der Decke baumeln.

Solche Drei-Liter-Flaschen werden in Flensburg nur noch bei Johannsen ­abgefüllt. Man findet das ­traditionsreiche Rumhaus in der Marienstraße, einfach immer der Nase nach. Martin Johannsen führt den Familienbetrieb in vierter Generation. Draußen Backstein und Fachwerk, drinnen knarrende Dielen und Eichenfässer – so richtig viel hat sich nicht verändert, seit ­Johannsen 1878 seinen ersten Flensburger Rum-Verschnitt produziert hat. ­Wobei Martin Johannsens größte Sorge ist, dass man das mit dem „Verschnitt“ in den ­falschen Hals bekommen könnte.

Feinheiten lässt man sich am besten bei einer Führung erklären. Die Kurzfassung geht ungefähr so: Man importiere hochprozentigen Roh-Rum aus ­Jamaika, lagere ihn ein paar Jahre, mische dann unterschiedliche Sorten, gebe ­geschmacksneutralen ­Alkohol und enthärtetes Flensburger Wasser hinzu und bringe das Ganze so auf Trinkstärke. Auf diese Weise haben es alle großen Flensburger Rumhäuser gemacht, egal ob am Ende Hansen, Pott, Asmussen oder Balle auf dem Etikett stand.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2018

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