Antonias Blog Update III: La Paz - calles de vida y muerte

Auf dem Weg zur inoffiziellen Hauptstadt Boliviens wurde mir klar, warum keines der peruanischen Busunternehmen die Fahrt vom Titicacasee aus anbietet - die Schotter- und Geröllpisten würden die komfortablen Busse schnell in Schrottkisten verwandeln.

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Ausblick aus dem Teleférico (linea roja) im Zentrum von La Paz

Umso beeindruckter war ich, als sich nach dieser Offroadtour plötzlich eine unerwartet große und dicht besiedelte Stadt auftat. Von El Alto, einem Vorort hochoben auf einem der angrenzenden Berge gelegen, fuhren wir serpentinenartig in das Zentrum. Es wimmelte von Autos, Menschen und Straßenständen - alles spielte sich auf den Straßen ab, als wären die Häuser nur Attrappen. Auch Felix, der am nächsten Tag aus Deutschland dazu stieß war völlig geplättet von dem Gewusel und Gewimmel. Mit dem sehr gut ausgebauten Seilbahnnetz (Teleférico) starteten wir unsere Entdeckungstour. Ein riesiger Markt in El Alto, auf dem wir gefühlt die einzigen Touristen waren, bat günstige Mahlzeiten, aber auch unappetitlichere Dinge wie unzählige getrocknete Babylamas an - die als Opfergabe für die Pachamama, der Mutter Erde, genutzt werden. Der Hobbyfotograf Felix hatte außerdem ein wenig mit der bolivianischen Fotoscheu zu kämpfen, denn viele glauben Fotos rauben die Seele.

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Markt in El Alto

Mit dem Minibus ging es weiter zur gelben Teleférico-Station und von dort zurück ins Tal. Im Zentrum dann der direkte Umstieg in die grüne Linie. Als hätte uns die Größe der Stadt nicht sowieso schon umgehauen, brachte uns diese Gondel über einen der Hügel in ein weiteres großes Tal - der etwas wohlhabendere und teuere Teil von La Paz.

Neben der tollen Aussicht für Touristen, ist die Seilbahn für die Struktur der Stadt einfach optimal. Die ständig verstopften Straßen, die heftigen Höhenunterschiede, die dichte Besiedlung, wie besser überwinden als in der Luft?! Der Preis von umgerechnet 40 Cent € pro Fahrt, scheint zumindest für einen Großteil der Bevölkerung, erschwinglich zu sein. Statt Tunneln oder Brücken braucht man lediglich platzsparende und kostensparende Pfähle. So sind mittlerweile sechs weitere Linien geplant und Testläufe der bald startenden blauen Linie konnten wir schon beobachten.

Auch die Engländer, die ich in Cusco kennengelernt hatte, stießen in La Paz wieder dazu. Mit Felix und Iain, einem der Engländer der sich spontan von seiner Gruppe getrennt und sich uns vorübergehend angeschlossen hatte, wagte ich die Tour zur Ruta de la Muerte.

La Ruta de la Muerte

Verschiedene Reisende hatten mir die sogenannte "Death road" vorher empfohlen und ich dachte mir "Wenn die das machen, schaff ich das locker". So locker war das Ganze am Ende dann doch nicht, denn die 2,5-stündige Downhill-Mountainbike-Fahrt auf einer schmalen, nur bedingt gesicherten und von Autos befahrenen Schotterpiste war nicht gerade ungefährlich. Die ansonsten meist zehnköpfige Gruppe, bestand an diesem Tag nur aus uns dreien und dem Guide - mir war also von vornherein klar, wer das Schlusslicht bilden würde. Die einzige Einweisung die wir bekamen lautete: "Haltet euch links am Abgrund, denn die Taxis fahren immer auf der Innenseite." Im Endeffekt begegnete uns glücklicherweise kein Fahrzeug auf der Strecke. Dennoch, beim geringsten Ausrutscher zur falschen Seite, gibt es nichts was einen davon abhält in die nebelverhangene Schlucht zu stürzen. Der Respekt davor war wahrscheinlich der Grund warum ich bei einem kleinen unkontrollierten Schlenker sofort panisch an den Bremsen riss und einen saftigen Sturz hinlegte. Das geschwollene blaue Schienbein und die lahmgelegte Schulter waren auf der Rückfahrt nach La Paz allerdings schnell vergessen. Auch den Bus hatten wir exklusiv für uns und als der Guide fragte, ob er uns 2 Cuba Libre besorgen soll, wollten wir natürlich vier - in der Erwartung für jeden einen Becher zu bekommen. Zurück kam er dann mit vier 2-Liter-Flaschen Cuba Libre. Dementsprechend heiter war auch die direkt anschließende Busfahrt nach Uyuni. Leicht beeinflusst durch Adrenalin und Alkohol, entschied sich Iain kurzfristig uns auch auf dieser Reise in die Wüste zu begleiten.

Ein Wunder, dass wir es samt Gepäck pünktlich bis zum Busbahnhof geschafft haben.

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Ausblick aus dem Teleférico

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