Komfort-Wanderschuhe im Praxistest

Gegen die groben und hoch aufragenden Trekking-Stiefel wirken sie wie die „Zweite Liga“. Doch für die meisten Trips durch die Natur sind sie genau die richtige Wahl. Wir testeten ein Dutzend Paar leichte und komfortable Wanderschuhe auf Langstreckentauglichkeit und Komfort.

Text: Timo Dillenberger

So stabil wie nötig, so leicht wie möglich und mit allen Features für einfachstes Abrollen ausgestattet. So könnte man die Klasse an Wanderschuhen beschreiben, die entsprechend der Kategorisierung des Deutschen Alpenvereins (DAV) für gelbe und blaue Strecken geeignet sind. Das sind Wege und Trails ohne grobe Untergründe, mit losen, aber präparierten Belägen, nur gemäßigten Steigungen, ohne Steigeisen-Passagen und Klettereinlagen – kurz: der allergrößte Teil unseres heimischen Wanderwegnetzes. Viele Menschen auf diesen Trails meinen es zwar gut bei der Auswahl ihres hochwertigen Equipments, aber eben ein bisschen zu gut. Der teuerste Wanderstiefel mit der längsten Ausstattungsliste ist nicht gleich auch der allgemein beste. Wer nur in der Stadt Auto fährt, entscheidet sich auch nicht für einen Kleinbus, weil er oder sie vielleicht mal in einer nicht abzusehenden Zukunft mehrere Personen mitnehmen muss. Genauso sind die über jeden Schritt völlige Kontrolle – selbst auf wackeligstem Geläuf – verleihenden und allem widerstehenden Topmodelle der Hersteller nur dann eine lohnenswerte ­Investition, wenn sie entsprechend ihrer Laufeigenschaften eingesetzt werden. Und ein sehr hoher, fest geschnürter, aus hartem Leder oder Synthetik bestehender und mit einer klettertauglich steifen Sohle ausgestatteter Schuh bringt nun mal Abstriche in Sachen Gewicht und Abrollkomfort sowie Fuß­klima mit sich. Das sind Einschränkungen, die einfach nicht sein müssen. Genauso wenig uneingeschränkt tauglich sind aber auch reine Sportschuhe, denen man vor allem im städtischen Umland gerne mal begegnet. Deren Sohle ist auf Sensibilität ausgerichtet, der Läufer soll Unebenheiten „erfühlen“ und darauf reagieren. Das setzt aber eine dauerhafte Konzentration auf ­jeden Schritt voraus – beim Laufen völlig realistisch, doch beim Wandern möchte man eher das Drumherum genießen und das Gehen dem Unterbewusstsein weitestgehend überlassen!

Schuh-Hybride

Die in diesen Test aufgenommenen Modelle sehen deshalb nicht ohne Grund wie Kreuzungen aus diesen beiden Extremen aus. Wie so oft in Sachen Ausrüstung gilt es, den richtigen Kompromiss aus Stabilität und Leichtigkeit zu finden. Gerade die Eigenschaften „Stabilisierung von Fußsohle und Sprunggelenk“ sowie „Widerstand beim Abrollen“ stehen sich ziemlich unvereinbar gegenüber. Auch die „Robustheit“ und das „Gewicht“ sind nur sehr schwer in beide Richtungen zu optimieren. Aber ein Rechen­beispiel zeigt, wie eklatant hier falscher Ehrgeiz bei der Anschaffung zu ­Buche schlägt: Eine Langstreckenwanderung von 35 Kilometern durch welliges Terrain ergibt in etwa 50.000 einzelne Schritte. Bei einem Gewichtsunterschied von nur 300 Gramm pro Paar kommt man auf unfassbare 750 Kilo, die man insgesamt mehr oder weniger vom Boden heben muss.

Den kompletten Text inklusive aller Daten, Statistiken und Bewertungen erhalten Sie in Heft 3/2015 von wanderlust.

Hier kaufen.

neuer_name

© Fotos: Daniel Elke, Hersteller, Privat
neuer_name
neuer_name
neuer_name

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2015

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

Zur Zeit liegen keine Events vor …