Mobile Navigationsgeräte im Test

In der Natur wirken elektronische Geräte eher wie Fremdkörper ohne praktischen Nutzen - gilt das auch für die Navigation? Wir haben neun völlig unterschiedliche Geräte zur elektronischen Orientierung getestet und auf ihren Mehrwert für den Wanderer geprüft.

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Wo jetzt genau? Wer nicht ungewollt im „Höllental“ landen will, kann sich ruhig der GPS-Technik anvertrauen!
© IMAGO/Blickwinkel

Text: Timo Dillenberger

Ich persönlich bin immer froh, wenn ich auf ­einer Tour Handy und Co. zu Hause lassen kann und nichts piept, blinkt oder bettelt elektronisch um meine Aufmerksamkeit – beziehungsweise, ich war es. Bis ein Trail in den Dolomiten mal so ausgewaschen war, dass die Passage einer Stelle, unmittelbar am Hang, unmöglich war. Hieß, den Weg zu verlassen und damit auch auf jegliche Führung durch Wegmarkierungen zu verzichten! Die gute, alte Karte zeigte nur eingetragene Wege, und eine einzige Alternativroute führte komplett um den Berg herum. Die Gefahr, sich querfeldein vollends zu verirren, schien bei allem Orientierungssinn bedrohlicher, als den Beteiligten lieb war. Handys ­wären dort zwecklos gewesen.

Ein Navigationssystem braucht in einer solchen Situation nur einen gefüllten Akku und halbwegs freie Bahn zum Himmel. Was im Auto längst Alltag ist, scheint in der Wanderwelt noch etwas für Technikfans und Expeditionsteilnehmer zu sein. Aber so weit entfernt von der Natur ein „allwissendes“ Gerät mit Hang zum Befehls­ton auch ist, scheint es im Fall der Fälle immer gut zu wissen, wo man ist, wie man im Notfall schnell in die Zivilisation zurückfindet, wo eventuell das Auto steht, wie besonders leicht zu gehende oder besonders attraktive Routen verlaufen, wie weit es zum nächsten Zielpunkt ist oder auch nur, wann man wo einkehren könnte. Die Einsatzmöglichkeiten der Testgeräte liegen irgendwo zwischen dem Luxus einer breiten Routeninformation und dem Sicherheitsaspekt, auch als Laie genau über Standort und Umgebung ­Bescheid zu wissen.

Vorreiterrolle

Die Geocacher sind hier die Speerspitze der Entwicklung. Das GPS-gestützte Jagen von „Schätzen“ ist zum echten Outdoor-Trend geworden, und besonders dadurch wurde die Entwicklung der Geräte für den Gebrauch ohne Rad oder Pkw vorangetrieben. Die Schatzsucher sind gleichzeitig auch Beleg für die Genauigkeit der Geräte, ohne die jede Cache-Jagd eher in einer großflächigen Suchaktion enden würde. Die Hersteller von zivilen Navigationsgeräten arbeiten mit einer Abweichung von offiziell 15 Metern, in der Praxis sind es selten mehr als fünf bis sechs. Wie genau diese Technik funktioniert, lesen Sie im Kasten links. Allen Testkandidaten gemein ist die Positionsbestimmung mittels Satelliten. Welche Informationen sie dem Nutzer letztendlich bieten, ist aber sehr unterschiedlich.

Drei große Geräteklassen kann man hier unterscheiden: Die Sport- und Outdoor-Uhren verzichten auf die Darstellung von Karten und geben mittels Richtungspfeil und Entfernung die direkte Linie zum nächsten Streckenpunkt oder Ziel an. Den Weg sucht man sich dann selbst, dafür kann auf ein stromfressendes Riesendisplay verzichtet werden, und es ist irgendwie auch spannend, nach diesem ­digitalen Luxuskompass zu gehen! Die Polar-Uhr kann sogar „nur“ den Startort exakt wiederfinden, was als Sicherheitsfeature aber nicht zu unterschätzen ist!

Die nächsthöhere „Ausbaustufe“ arbeitet mit einfachen Karten, bestehend aus einem je nach Hersteller mehr oder weniger ausgefeilten Wegenetz sowie Entfernungen und Richtungsangaben, teils mit Hochrechnungen der Strecke und benötig­ter Zeit bis zum nächsten Kurswechsel. Durch die Darstellung der umliegenden Wege wird das Umgehen von Hindernissen oder spontanes Abkürzen natürlich deutlich leichter. Die dritte Klasse, die Luxusklasse, wartet mit besonders detaillierten Karten und Zusatzinformationen zu Höhenprofilen, Verpflegungsstellen oder „Points of Interest (POI)“ an der Strecke auf. Diese Geräte schlagen sogar komplette Rundstrecken oder Routen vor, die nach den Bedürfnissen des Besitzers angelegt worden sind, so, als hätte man ­einen ortskundigen Guide in der Tasche.

Den kompletten Test inklusive aller Daten, Statistiken und Bewertungen erhalten Sie in Heft 6/2015 von wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2015

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