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Deftiges aus der Pfalz

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Ein Picknickplatz am „Kleinen Kalmit“, einem der schönsten Aussichtspunkte der Pfalz. Zu ­Füßen liegt das pittoreske Winzerdorf Ilbesheim, rundherum Weinberge, und die ­Ausläufer des Pfälzer Waldes bilden den Horizont.
© Ralf Scholze

Außerhalb der Pfalz kannte ihn niemand, dann weckte Ex-Kanzler Helmut Kohl den Saumagen aus einem Dornröschenschlaf. Mit den richtigen Zutaten kreieren manche Pfälzer Metzger wahre Köstlichkeiten. Perfekt für einen Wander-Stopp!

Text: Ralf Scholze

Langsam fahre ich vorbei an Rebzeilen, deren Blätter sich langsam verfärben, und durch kleine Dörfer, vorbei an uralten Winzerhäusern mit altem Fachwerk und durch schmale, verwinkelte Gassen. Toreinfahrten lenken den neugierigen Blick in weite Höfe, wo sich Feigenbäume oder gar Bananenstauden mit ihren breiten, hellgrünen Blättern an die Hauswände schmiegen, während sich ein dunkelblauer Traktor auf dem gepflasterten Hof ausruht. Auf dem Hänger türmt sich ein großer Berg frisch gepflückter, goldgelber reifer Weintrauben, die in der Morgensonne locken. „Iss mich, probier mich!“, scheinen mir die Trauben zuzurufen. Frühstückspause um kurz nach sieben Uhr in Ilbesheim, einem der zahllosen pittoresken Winzerdörfer an der „Südlichen Weinstraße“ unweit von Landau. Doch ich will heute lernen, wie ein klassischer Pfälzer Saumagen entsteht, berühmt geworden als das Leib- und Magengericht des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl.

Das Haus mit dem Metzgerladen an der Wollmersheimer Hauptstraße 45 ist schnell gefunden. Es strahlt regelrecht in der hellen Morgensonne. Dass an dieser Stelle seit 1797 der Familienbetrieb über mehr als zweihundert Jahre mal von Vater auf den Sohn, mal vom Vater auf die Tochter vererbt wurde, man sieht es dem Gebäude nicht an. Am Tor erwartet mich schon ganz in Weiß gekleidet der Chef, weiße Hose, weißes Poloshirt, darüber eine weiße Latexschürze und die Füße in weißen Gummistiefeln, ein Energiebündel von hagerer Gestalt, absolut nicht dem Klischee eines Dorfmetzgers entsprechend. Über fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass Peter Joachim zusammen mit seiner Frau Ute den elterlichen Betrieb übernahm, umbaute, auf die modernen Zeiten vorbereitete und dabei aufpasste, dass die vielen architektonischen Details aus dem 19. Jahrhundert und dem Jugendstil erhalten blieben. Die Mauern könnten Geschichten erzählen, aber wegen dieser Geschichten sind wir heute nicht hier. Peter Joachim reicht mir Überzieher für die Schuhe und einen weißen Kunststoffmantel, denn gleich geht es in das Allerheiligste, die Werkstadt seiner Metzgerei, wo seine Gesellen und Gesellinnen emsig hin- und herwirbeln. In diesen heiligen Hallen ist klinische Sauberkeit angesagt.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 1/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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