Die Erde spüren, das Leben atmen

Keine Frage, der Yoga-Trend ist ungebrochen. Seit Jahren pilgern Menschen mit Matten unter den Armen in Studios, um dort zu entschleunigen und zu sich zu finden. Neuester Trend: Sonnengruß und herabschauender Hund in den Bergen.

neuer_name
Atemübungen und Meditation an der frischen Luft: Steigern die Entspannung und lassen sich sogar mit einem Wanderausflug verbinden.
© IMAGO/Westend61

Text: Malisa Pfeifer

Augen schließen, tief einatmen, ausatmen, zur Ruhe kommen. Den Alltag und Stress um sich herum vergessen, einfach abschalten und dazu noch etwas für den Körper und die Gesundheit tun – dafür ist Yoga die perfekte Methode. Was vor ein paar Jahren eher ein Nischenphänomen war und auch schnell mal in die Esoterik-Schublade gesteckt und mit langhaarigen Hippies in Verbindung gebracht wurde, hat einen weltweiten Siegeszug unter Fitnessfans angetreten. Mittlerweile gibt es mehr als 130 Yoga-Übungsformen, verschiedene Arten des Yoga, unzählige Studios und eigene Bekleidungslinien. Der Markt boomt. Aus dem Leben vieler ist Yoga nicht mehr wegzudenken, für sie gehört es zu einem bewussten Lebensstil einfach dazu. Geeignet ist die Körperkunst tatsächlich für jedermann. Und: Sie steckt voll positiver Effekte, gilt als Waffe gegen Stress, kann den Rücken stärken, Durchblutung und Verdauung fördern und den Blutdruck senken. Nicht nur die Bekleidungs- und Fitness-­Industrie sind auf den Yoga-Zug aufgesprungen. Mittlerweile bieten viele Wanderregionen und Hotels Wandertouren in Kombination mit Yoga-Kursen oder reinen Yoga-Wellness-Urlaub mit Ferienkursen an – sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.

Sonnengruß mit Bergblick

Die perfekte Kombination für Wanderfreunde, Yoga-Fans und Frischluft-Fanatiker. Im tiefsten Oberbayern beispielsweise bietet der Kurort Bad Feilnbach den Sommer über verschiedene Kurse unter dem Motto „Yoga auf der Alm“ an. Am Fuße des Wendelsteins werden dabei Asanas, Atemübungen an der frischen Luft, Medi­tation und Entspannung in der Sonne mit Wind und Vogelzwitschern angeboten. Bad Feilnbach ist damit aber nicht allein – auch die Ferienregion Gastein im Salzburgerland lädt jährlich zu den Gasteiner Yoga-­Tagen ein, genau wie die Region Schliersee. Über ganz Deutschland verteilt gibt es Yoga-Wanderungen, Fastenyoga-Reisen und unzählige weitere Angebote.

Alles miteinander verbinden

Ursprünglich kommt Yoga aus Indien. Die Jahrtausende alte Lehre verbindet philosophische Überlegungen mit geistigen, meditativen und körperlichen Übungen. Die Säulen der Entspannungstechnik sind Atemübungen, Meditationen – hierunter fällt das berühmte Om-Singen – Asanas, die Körperübungen mit den teilweise sehr bildlichen Namen wie Sonnengruß, Schmetterling, Skorpion oder Hund, und richtige Ernährung. Yoga bedeutet übersetzt verbinden und genau das soll auch geschehen: Körper, Geist und Seele sollen verbunden werden. Die Strömungen des Yoga sind so zahlreich, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Die wichtigsten und in unserer westlichen Welt beliebtesten sind das Hatha-Yoga und die darauf aufbauenden Arten des Ashtanga-Yoga oder des Vinyasa-Yoga. Besonders beliebt ist seit einigen Jahren das Bikram-Yoga, das in einem auf 40 Grad Celsius aufgeheizten Raum ausgeführt wird.

Im Mittelpunkt aller Strömungen stehen die Asanas, die 84 Körperübungen, die in den verschiedenen Yoga-Strömungen jedoch unterschiedlich betont und in anderen Abfolgen und Varianten eingesetzt werden. Dem Großteil der Yoga-Arten ist aber vor allem gemein, dass man dafür nur eine Matte und bequeme Bekleidung braucht – durchführen kann man die Übungen, sobald man sie beherrscht, überall. Und am schönsten ist Yoga tatsächlich in der freien Natur. Das Zusammenspiel der Asanas, der Atemübungen und der frischen Luft auf einer Wiese, steigern die Entspannung und Erdung von Körper und Geist noch mehr. Doch Achtung: Anfänger und Ungeübte sollten nicht ohne Anleitung, Lehrer oder einen erfahrenen Yogi an der frischen Luft trainieren. Denn so entspannend und beruhigend Yoga auch ist, wenn man nicht weiß, wie es richtig geht, kann man vieles falsch machen und sich damit tatsächlich auch Verletzungen zuziehen.

Das gilt übrigens auch für das Durchführen der Übungen zu Hause. Denn Yoga ist anfangs kompliziert – die Verrenkungen, Drehungen und Übungen erfordern einen trainierten Gleichgewichtssinn und Muskeln. Es gilt: Kenne deinen Körper und deine Grenzen. Wer also schon Erfahrungen mit Yoga gemacht hat, sozusagen ein geübter Yogi ist, der sollte sich bei schönem Wetter seine Matte schnappen und den Sonnengruß einfach mal im Freien durchführen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2015

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

04.10 – 06.10.2019
Alpenwelt Karwendel - 24h Trophy
22.01 – 26.01.2020
Schöneck im Vogtland - Deutscher Winterwandertag