Wo der Bauländer Spelz zu Hause ist

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Landwirt Armin Mechler ist zufrieden: Sein Bauländer Spelz gedeiht prächtig.
© Edda Neitz

Armin Mechler lebt in Walldürn-Altheim im Odenwald. Seit Generationen baut die Familie Mechler die alte Dinkelsorte „Bauländer Spelz“ an.

Text: Edda Neitz

Der Hof von Armin Mechler ist umringt von goldgelben Getreidefeldern. Erst vor 18 Jahren hat er das moderne Haus bezogen. Der alte Hof im Ort war zu klein geworden. Seit Generationen baut die Familie Mechler in Walldürn-Altheim Getreide an. Raps, Weizen, Dinkel, etwas Mais und natürlich Grünkern. „Das ist der Bauländer Spelz“, betont Armin Mechler. Der hochgewachsene Landwirt ist keiner von der ruhigen Sorte, aber ein Dauerredner ist er auch nicht. Nur dann, wenn die Sprache auf den Grünkern kommt, ist er nicht mehr zu bremsen. Deshalb treffen wir uns zuerst bei ihm auf dem Hof für eine theoretische Einführung. Wie nützlich sie ist, bemerke ich bald.

Die Sache mit dem Grünkern

Das fängt schon mit dem Namen „Bauländer Spelz“ an. Der Bauländer Spelz ist eine alte Dinkelsorte. Genau genommen ist er ein Grünkern. Die olivgrüne Farbe der Körner war für den Namen maßgebend. Das Besondere am Grünkern aber ist, dass er unreif geerntet wird, und das wiederum hängt mit einer 300 Jahre alten Geschichte zusammen. Rechnungen aus der Zeit um 1660, die im nahen Kloster Amorbach gefunden wurden, belegen die urkundliche Bezeichnung von „Grünkern“. Dazu muss man auch wissen, dass im Europa des späten 16. Jahrhunderts gerade die kleine Eiszeit begonnen hatte. Hagelstürme und nasskalte Sommer führten zu Ernteausfällen mit der Folge: kein Korn, also auch kein Brot. Nach dem Sprichwort „Not macht erfinderisch“ schnitten die Bauern, um zu retten, was zu retten war, die Ähren vor der eigentlichen Erntezeit, bevor sie endgültig am Halm zu verderben drohten.

Dann trockneten sie das unreife Getreide. Zwar konnte aus diesem Grünkern kein gutes Brot gebacken werden, doch eignete er sich für Suppen und andere Gerichte. Der Hungersnot war damit ein Schnippchen geschlagen. Im Laufe der Zeit nahm der Anbau von Grünkern zu und die Region entwickelte sich zu dem Land, aus dem der Grünkern kommt. Manche nennen den Bauländer Spelz auch „badischen Reis“. Doch davon will Armin Mechler nichts wissen. Der Bauländer Spelz sei fränkischer Grünkern und er erwähnt nicht ohne Stolz, dass er dazu beigetragen hat, dass das Korn in die Liste der geschützten Ursprungsbezeichnungen der Europäischen Kommission aufgenommen wurde.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 3/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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