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Von Haien und Eseln

Von Menschen, die ihr Leben radikal änderten, hin zu einem alternativen Leben im Einklang mit der Natur – und sich selbst. Ein Wanderweg auf den Spuren des Franz von Assisi verbindet diese Stationen genussvoll.

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Text & Fotos: Friederike Brauneck

Vom Schreibtisch in den Stall und auf das Feld, lesen, recherchieren und dann ausprobieren. Mauro Panella, einst Versicherungsmathematiker in der Führungs­etage eines großen Konzerns, hat den Cut gewagt. Für den Ausstieg 2005 machte Mauro einen Businessplan ganz nach Mathematiker-Art, alle Ersparnisse flossen in den Biohof „Il Fienile (Scheune) d’Orazio“ in Sabina, etwa 86 Kilometer nordöstlich von Rom. Mauro lächelt versonnen: „Ich bin ein echter Agroturismo. Früher in der Bank habe ich zwar auch mit Tieren gearbeitet: Haien und Eseln. Die Arbeit jetzt ist auch sehr hart, aber ich bin glücklich.“ Spricht’s und muss schon wieder los, weil Schweine, Esel, Hühner und Ziegen gefüttert – und getätschelt werden wollen. Von einem romantischen Streichelzoo kann allerdings keine Rede sein. Für das Abendessen schreitet Mauro vor dem Kochen zur Ernte, pflückt nach einer gewissenhaften Prüfung Tomaten, Zucchini, Auberginen und Kräuter. Er plant das Menü danach, was reif ist. Für jeden, der Sinn für die Natur hat, ist dieses Leben und Arbeiten anzuschauen eine wahre Freude.

In Mauros Gästehaus ist alles schlicht und zweckmäßig, am kleinen Pool mit Blick über die schöne Landschaft kann man sich verlieren – wenn sich nicht gerade einer der sardischen Esel mit durchdringendem Schrei in Erinnerung bringt oder einer der Hunde menschliche Nähe sucht. In Feld und Stall kann von „Schöner Wohnen“ nicht die Rede sein, vieles ist mit einfachsten Mitteln errichtet – und funktioniert.

Anders in Casperia, einem hübschen mittelalterlichen Städtchen, das mit engen Gassen einen Berghügel krönt. Hier betreiben Maureen und Jennifer ein altes Stadthaus als Bed and Breakfast. „La Torreta“: Elegant-gemütlich mit dem Herzstück in Küche und Speisezimmer, wo Mutter und Tochter zubereiten, was vor Ort nach Biostandards erzeugt wird. Maureen, ursprünglich aus Wales, lernte ihren Mann Roberto in Rom kennen. Beide wollten alternativ leben, und so stieg der Architekt aus seinem Job in Rom aus. Die wirtschaftlichen Abstriche hat keiner bedauert, inzwischen hat die Familie mit „La Torreta“ die Verwirklichung ihrer Ideale umgesetzt – und ist angekommen.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 6/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2018

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