Auf Wald-Streife

Wer sich an die Fersen einer waschechten Rangerin heftet, erfährt viel über das Ökosystem Wald. Im Nationalpark Bayerischer Wald überlässt der Mensch die Natur ganz bewusst sich selbst – das hat dazu geführt, dass anderswo ausgestorbene Tierarten hier wieder eine Heimat gefunden haben. Sogar der Luchs ist zurückgekehrt und mausert sich zum heimlichen Star des Parks.

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Text: Alexa Christ

Auf Freiersfüßen befand sich Milan, als er im März 2005 mal einfach so den Zaun des Tier-Freigeländes in Lusen überwand. Den verführerischen Duft einer Luchsdame in der Nase, sprang der frei lebende Kuder – so nennt man einen männlichen Luchs – zu seiner Angebeteten ins Gehege. Die empfing ihn auch durchaus freundlich, hatte sich der gewitzte Milan doch zur Paarungszeit und in eindeutig amouröser Absicht zu ihr begeben. „Dumm für Milan war nur, dass er selbständig nicht mehr aus dem Gehege herauskam. Für uns jedoch ein großes Glück: So war Milan der erste Luchs, den man besendern und dessen Wege man so nachverfolgen konnte“, erzählt Rangerin Alena Lettenmaier mit verschmitztem Lächeln. Seit April 2017 versieht die 25-Jährige ihren Dienst im Nationalpark Bayerischer Wald. Das erwähnte Monitoring, mit dem man sich Erkenntnisse über den Bestand der Population verschaffen wollte, lag zwar vor ihrer Zeit, aber auf die Spuren von Luchs und Co. begibt sie sich dennoch jeden Tag in ihrem Revier. Das liegt rund um den Großen Rachel, dem mit 1.453 Metern höchsten Berg im Nationalpark. Von seinem Gipfel aus kann man bei Föhneinfluss nicht nur den Mittleren Bayerischen Wald und den tschechischen Böhmerwald erblicken, auch die Alpenkette bis hin zur Zugspitze zeichnet sich dann ab. An diesem kühlen Morgen ist es jedoch grau bedeckt. Alena besteigt den Bus, der nicht nur sie, sondern eine ganze Reihe Wanderer in den Park bringt. Und schon hier ist der Luchs Thema. Die Rangerin verwickelt einen zehnjährigen Jungen, der mit seinen Eltern Urlaub in der Gegend macht, in ein Gespräch. Was er über den Luchs wisse? Dass er die größte Raubkatze Europas sei, gibt der kleine Neunmalklug sofort zurück. Und dass man ihn gut an seinen Pinselohren und dem kurzen Stummelschwanz erkennen könne.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2018

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