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Der Architekt von Schwerin

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In der Abendsonne besonders beeindruckend: das Schweriner Schloss, auch „Neuschwanstein des Nordens“ genannt.
© Wolfgang Stelljes

Er prägt das Stadtbild von Schwerin wie kein zweiter. Viele Gebäude tragen seine Handschrift, darunter auch das berühmte Schloss. Und doch ist Georg Adolph Demmler, Architekt und Baumeister, der sich auch als Politiker einen Namen machte, heute nahezu vergessen.

Text: Wolfgang Stelljes

Der Demmlerplatz besitzt in Schwerin traurige Berühmtheit. Dort hatte das Ministerium für Staatssicherheit seinen Sitz und eine Haftanstalt. Ausgerechnet, denkt man, denn Georg Adolph Demmler war ein „Freigeist und unabhängiger Kopf“. So beschreibt ihn Jürgen Hingst, ein pensionierter NDR-Journalist, mit dem wir uns zu einer Führung auf den Spuren von Demmler verabredet haben. Wenn auch sonst wenig an Demmler erinnert – viele seiner Bauten sind zum Glück heute noch erhalten.

Schinkel-Schüler

Georg Adolph Demmler wurde 1804 in Berlin geboren. Im zarten Alter von 15 Jahren meldete ihn sein Vater an der Berliner Bau- und Kunstakademie an, der bekannteste Name hier: Schinkel. Mit 17 schrieb sich Demmler selbst quasi nebenbei auch an der philosophischen Fakultät ein, Dekan hier: Hegel. Und schon mit 19 hatte er zwei akademische Abschlüsse in der Tasche, unter anderem den des Baukondukteurs, gezeichnet: Schinkel. Nun hätte er eigentlich bei den Preußen durchstarten können. Doch Demmler bewarb sich in Schwerin, was ihm den leidigen Militärdienst ersparte. Schwerin war anders. Nicht hanseatisch wie Hamburg, Lübeck oder Stralsund. Keine Backsteingotik, sondern Fachwerk, überwiegend eingeschossig und heute mitunter so schief, das man fürchtet, es könnte gleich umkippen.

Steiler Aufstieg

Kaum in Schwerin, bekam der junge Demmler die Leitung beim Bau des Kollegiengebäudes übertragen, der heutigen Staatskanzlei, die Pläne lagen bereits auf dem Tisch. „Das ist Schinkel“, sagt Hingst, „alles noch klassizistisch, so baute man in Berlin.“ Dann sollte Demmler das Rathaus am Markt erneuern. Seine selbstbewusste Haltung charakterisiert Hingst so: „Ihr wollt Repräsentanz? Ihr habt wenig Geld? Ich mach euch das!“ Demmler zog die Fassade in die Breite, oben mit Zinnenkranz, aber nicht höher als die benachbarten Bürgerhäuser. 1837 übernahm Großherzog Paul Friedrich die Regierungsgeschäfte in Mecklenburg und ernannte Demmler zum Hofbaumeister.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 5/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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