Ein Saúde! auf den Portwein

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Der eindrucksvolle Blick ins Douro-Tal.
© Alexa Christ

„Es gibt nicht den einen Moment für ein Glas Portwein, aber sicher gibt es einen passenden Port für jeden Moment“, heißt es in Portugal. Kein Wunder, dass der süße Likörwein in seinem Heimatland in aller Munde ist. In Deutchland dagegen führt er eher ein Schattendasein. Also: Sobald wie möglich ins Douro-Tal reisen und Portwein trinken – und ihn bis dahin zu Hause genießen!

Text: Alexa Christ

Das Setting: eleganter Speisesalon. Fünf Gedecke sind aufgelegt, doch vier Gäste bleiben unsichtbar. Am Kopfende sitzt eine ältere Dame, neigt huldvoll das weiß-graue Haupt und verkündet: „I think we’ll have port with the fruit.“ Portwein zum Obst? Butler James nickt schicksalsergeben. Dass der hochprozentige Dessertwein ihm den Rest geben wird, weiß jeder Deutsche, der nur einmal den Silvesterklassiker „Dinner for one“ gesehen hat. In das plüschige, leicht angestaubte Ambiente eines englischen Landsitzes scheint dieser „Port“ auch bestens zu passen. Ein Getränk, das distinguierte ältere Gentlemen bei einer Zigarre zu sich nehmen. Oder etwa nicht? Wer sich auf eine Reise in die Heimat des Portweins – das nordportugiesische Douro-Tal – begibt, lernt schnell: Die süßen Bombast-Weine, die den Gaumen mit voller Wucht und einem Aromenspiel aus Trockenfrüchten, Nüssen, Gewürzen und Holz treffen, muss man mögen. Doch das tun keineswegs nur Briten der Generation 60 plus. „Heute geht der Löwenanteil der Produktion nach Frankreich. Danach folgen Holland und Belgien, dann Portugal selbst, und erst an fünfter Stelle kommt Großbritannien, gefolgt von den USA“, doziert Bárbara Amaro, die als Guide durch das Museu do Douro im Städtchen Peso da Régua führt. Deutschland nimmt lediglich 3,2 Prozent der jährlichen Portweinproduktion ab. Da schadet der Besuch des wein-roten Museumsbaus keinesfalls – der deutsche Urlauber kann in Sachen Portwein ein wenig Entwicklungshilfe vertragen.

Brandy macht den Wein haltbar

Weil die Portugiesen bis heute so verrückt nach Bacalhau sind – gesalzenem Stockfisch –, schlossen sie bereits im 14. Jahrhundert einen Handelsvertrag mit den Briten. Darin wurde ihnen im Gegenzug zu Weinlieferungen das Fischen von Kabeljau in britischen Gewässern gestattet. Ungünstig war nur, dass der damals noch trockene rote Tafelwein während des langen Transports nach England oft schlecht wurde. Da die Briten verständlicherweise keinen Essig trinken wollten, suchten sie nach einer Möglichkeit, den Wein haltbarer zu machen. Fündig wurden sie bei portugiesischen Mönchen, die den sogenannten „Priest-Port“ erfanden. Sie setzten dem Most hochprozentigen Brandy zu, was die Gärung abrupt stoppte. Das Ergebnis: Ein süßer, alkoholstarker Wein, der jede Seereise locker überstand.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 4/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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