Liechtenstein: Naturparadies hinter den Bergen

Wer das kleine, immer noch ein Stück weit geheimnisvolle Fürstentum Liechtenstein nur mit Geld in Verbindung bringt, der hat noch nicht die Kraft seiner Natur entdeckt.

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Atemberaubender Ausblick: das Schloss Vaduz, Sitz der Fürsten­familie (oben), sowie bildende (oben rechts) und florale Kunst (rechts) rund um das Park Hotel Sonnenhof. © Andreas Mayer

Text: Andreas Mayer

Kennen Sie noch Klaus Zumwinkel? Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Unternehmensberater, Aufsichtsrat – und Steuersünder? Als deutsche Behörden im Jahr 2006 eine CD mit Daten von rund 800 Personen kauften, die ihr Geld am deutschen Fiskus vorbei in Liechtenstein parkten, kam das in dem kleinen, zwischen österreichischen und Schweizer Bergen eingerahmten souveränen Fürstentum einem „schwarzen Freitag“ gleich.

„Nach dem Crash von 2006 kamen erst einmal viele Gäste überhaupt nicht mehr nach Liechtenstein“, erinnert sich ­Hubertus Real, Inhaber des Park Hotel ­Sonnenhof in Vaduz. Ein Umdenken war erforderlich – öffnende Schritte, für die Hubertus Real in verschiedenen Landesverbänden und Gremien bereits seit Langem kämpfte. „Früher wollte man nach außen hin kein großes Aufsehen. Man setzte auf das Geld und die Industrie. Der Tourismus machte nur vier Prozent unserer Wirtschaft aus. Jetzt hat ein Umdenkungsprozess eingesetzt, der aber Zeit braucht.“

Natur im Fokus

Das Park Hotel Sonnenhof hat er von seinen Eltern übernommen und vollkommen neu ausgerichtet. Er stellt die Natur Liechtensteins in den Fokus: ihre Schönheit und Kraft. Ihr Potenzial, Geschäftsleuten den Stress zu nehmen und Wohlfühlmomente zu erzeugen – dank individuellem Service für Feriengäste und Genießer. Den riesigen Hotelgarten ließ er vom berühmten Schweizer Gartenarchitekten Enzo Enea zu einem Kunst- und Wohlfühlpark umgestalten. „Von dort aus lassen sich die unglaubliche Landschaft und das Panorama der Appenzeller Alpen ungestört genießen, während der Wind in den Gräsern ein Privat­konzert gibt“, schwärmt ­Hubertus Real. ­Zwischen Gräsern, Farnen, Flieder, Hortensien und Trompetenbäumen befindet sich auch ein geschütztes Separee, das zum Beispiel zu einem romantischen Candlelight-Dinner mit Privatbutler einlädt. Und das „Adlernest“, für Hubertus Real das wichtigste Element des neuen Park ­Hotel Sonnenhof: „Unter den Schwingen des ­Adlers ein Dinner der Extraklasse genießen, die untergehende Sonne in den Augen, mit Blick auf das Schloss Vaduz“ – hier und im hauseigenen „Panorama-Restaurant“ serviert der mit einem Michelin-Stern sowie zwei „Hauben“ des Gault Millau dekorierte Inhaber und Meisterkoch seinen Gästen innovative Spitzenkreationen. „Wir möchten unserem Gast das Gefühl geben, im Paradies zu sein. Unabhängig davon, ob er als Feriengast, Durchreisender oder als ­Businesskunde bei uns ist.“

Die Natur als Türöffner

Eines Tages traf Hubertus Real den Lebensberater Walter Schönauer, mit dem er einen gleichgesinnten Vorkämpfer für die liechtensteinische Natur fand. „Wir beachten die Natur gar nicht mehr“, ­findet ­Hubertus Real, „wir haben vergessen, ­welche Kraft sie hat.“

Walter Schönauer liebt die Natur, schätzt ihre Kraft, Schönheit und Ruhe und arbeitet nun als „Motivations-Coach“ im Park Hotel Sonnenhof. Zusammen mit dem ­Energetiker Georg Beck und dem Personal Trainer Maurice Steenbergen soll gestressten Gästen dabei geholfen werden, Blockaden zu erkennen, die innere ­Balance wiederzufinden und den Weg zu einem ­gesünderen und fröhlicheren Leben voller Energie und Freude zu entdecken.

Auf ausgedehnten Spaziergängen führt Walter Schönauer persönliche Gespräche, zeigt, welche Kraft in der Natur steckt, wie man Ruhe und Balance finden kann: die Kraft von 300 Jahre alten energiestarken Bäumen spüren, an Schneisen, die dem Geröllschutz dienen, inneren „Ballast“ abwerfen oder einfach die Füße in den kalten Rhein halten, auf einer Bergwiese picknicken oder den Duft verregneter Wälder einatmen. „Im gemeinsamen Gespräch begeben wir uns auf die Entdeckungsreise“, erklärt der vom Schweizerischen Verband für Natürliches Heilen (SVNH) geprüfte Therapeut und leidenschaftliche Gleitschirmflieger.

Vielfalt auf kleinstem Raum

Die liechtensteinische Natur bietet als „Türöffner“ für die eigene Entdeckungsreise beste Voraussetzungen: Vom milden Rheintal – wo der Föhn übrigens einen exzellenten Wein reifen lässt – steigt das Gelände bis in die felsigen Hochgebirgs­regionen des Rätikons an. 2.169 Höhenmeter überwindet das Profil des an seiner breitesten Stelle gerade mal 12,4 Kilometer breiten Fürstentums vom Ruggeller Riet, einem Naturschutzgebiet in 430 ­Metern Höhe, das sich im Frühsommer in ein blaues Meer aus wundervollen Schwert­lilien verwandelt, bis zum Gipfel des 2.599 Meter hohen Grauspitz.

Die liechtensteinische Hauptstadt Vaduz (das „Städtle“) ist in einer halben Stunde abgeschritten. Doch diese halbe Stunde sticht mit ihrem Abwechslungsreichtum manche Großstadt aus. Die rege Kunst­szene, ein Landesmuseum, in dem man neuerdings Geschichte auch riechen (!) kann, feine ­Geschäfte, nette Lokale – und keine fünf Minuten weiter ist man schon in den Weinbergen, wo Tropfen gedeihen, die so fein sind, dass die Liechtensteiner sie am liebsten selbst trinken. Wer denkt da, Liechtenstein hätte nur etwas mit Geld zu tun? Schöner als hier kann’s auch der Fürst im Schloss nicht haben.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2012

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