Mystische Pfade, magische Orte

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Zarte Linien sanft gewellter Bergkuppen zeichnen die Silhouette der Vogesen.
© Karin Kura

Auf mystischen Pfaden vereint ein Weitwanderweg durch die Vogesen Legenden und Naturerlebnisse mit elsässischer Gastlichkeit. wanderlust hat sich aufgemacht.

Text: Karin Kura

Es gibt Orte in der Natur, die haben eine starke Ausstrahlung. Man spürt ihre ganze Kraft. Auf dem Traversée du Massif des Vosges begegnet man solchen magischen Orten. Meine erste Strecke führt mich im Norden des Massivs auf den heiligen Berg Donon. Der Wanderpfad schlängelt sich hinauf, flankiert von Farnen und Heidelbeersträuchern. Vorbei an mächtigen Sandsteinblöcken und Felsplatten – sie wirken wie von Hand aufeinandergeschichtet. Der Donon war schon immer heilig, einst Kultstätte der Kelten, sie huldigten dem Gott Teutates. Dann übernahmen die Römer die Opferstätte und münzten sie auf Merkur um. Den Donon-Gipfel in 1.009 Metern Höhe ließ Napoleon III. 1869 schließlich mit einem kleinen Tempel krönen. Von dort hat man einen herrlichen Blick über die Rheinebene auf den Schwarzwald, und man erkennt die zarte Linie sanft gewellter Bergkuppen, oft geheimnisvoll bläulich schimmernd. Es ist die typische Silhouette der Vogesen.

Die wundersame Heilung

Wenige Hundert Meter tiefer, auf einem 753 Meter hohen Felssporn, da thront sie, die große Figur der heiligen Odilia. Sie ist die Schutzpatronin des Elsass sowie auch des Augenlichts. Der Legende nach wurde sie als Tochter eines elsässischen Herzogs um 660 nach Christus geboren. Odilia war blind. Das galt als Schmach, ihr Vater wollte sie töten lassen. Doch die Mutter rettete das Mädchen, indem sie es einer Amme in einem Kloster übergab. Bei der Taufe, als das geweihte Wasser Odilias Augen benetzte, da konnte sie plötzlich wieder sehen. Der Vater versöhnte sich mit seiner Tochter und schenkte Odilia die Hohenburg. Hier gründete sie auf dem später nach ihr benannten Berg ein Frauenkloster. Es wurde im Mittelalter zum Wallfahrtsort, besonders für Augenkranke und Blinde. Denn zum Berg gehört eine wundersame Quelle. Dort traf Odilia eines Tages einen blinden Bettler. Sie berührte mit ihrem Wanderstab einen Felsen, und heraus floss heilendes Wasser. Mit dessen Hilfe konnte der Blinde wieder sehen. Bis heute hat die Quelle Bedeutung, nicht nur als Pilgerziel: Ihr Wasser wird auch für die Produktion von Augentropfen einer anthroposophischen Arzneimittelfirma verwendet.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 4/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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