Saar-Hunsrück-Steig: Prachtvolle Verlängerung

Von der Saarschleife bis nach Perl tauchen Wanderer ein in eine Welt aus Wein, fantastischen ­Aussichten und faszinierenden Einblicken in das prunkvolle Leben der Römer in der Region.

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Die Strecke nach Perl schließt sich an den Saar-Hunsrück-Steig mit seiner berühmten Saarschleife an. © Eike Dubois / TZS

Text: Lisa-Marie Bille

Quer durch den Hunsrück, von der Saarschleife bis in die Edelsteinstadt Idar-Oberstein, verläuft ein Wanderweg, an dem landschaftliche Highlights aufgereiht liegen wie an einer Perlenkette: der Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig. Er verbindet Wein- und Flusslandschaften an Saar, Mosel und Nahe, die mit ihren waldreichen Höhenzügen und Bergkämmen für viel Abwechslung in der Mittelgebirgsregion Hunsrück sorgen.

Der rund 180 Kilometer lange Steig wurde 2009 zu Deutschlands Top-Fernwanderweg ernannt und kann bequem innerhalb einer Woche erwandert werden. Seit Mitte Mai dieses Jahres verfügt er ­zudem über eine Verlängerung von der Saar­schleife in Orscholz nach Perl an der Mosel. ­Diese zusätzlichen 30 Kilometer führen ­zunächst durch den Weinort Perl mit seinen zahlreichen Weinkellern und dem ­Barockgarten „Park von Nell“. ­Weiter geht’s auf dem Höhenrücken des ­Moselgaus durch das grenzüberschreitende Natur­schutzgebiet Hammelsberg mit schönen Aussichten auf die Mosel.

Römerkultur am Wegesrand

Auf dem Weg gibt es neben der Natur aber auch viel Kultur zu entdecken. Die römische Villenanlage in Perl-Borg etwa, die zum Freilichtmuseum „Archäologiepark Römische Villa Borg“ gehört. Das imposante Herrenhaus mit edlem Villenbad, Wirtschaftsbauten, einer Taverne mit römischer Küche und harmonischen Gartenanlagen zeigt, wie man als Privilegierter vor 2.000 Jahren gelebt hat. Drum herum schmücken Rosen, Kräuter und Blumen in den Gärten und dem buchsbaumgesäumten Innenhof mit dem Wasserbecken die antike Pracht. Mitten im Dreiländereck geht man hier auf eine Zeitreise in die Welt der Römer. Ein archäolo­gisches Museum zeigt zudem viele Originalfundstücke und Repliken, teilweise sogar aus vorrömischer Zeit.

Kunst am Entstehungsort

Bis heute gehen die archäologischen Ausgrabungen auf einer Fläche von 7,5 Hektar kontinuierlich weiter. Besonders spannend: Die Taverne mit ihrem römischen Ambiente bietet nach überlieferten Rezepten vielerlei römische und regionale Leckereien mit Zutaten aus den hauseigenen Gärten an, zum Beispiel einen Mulsum (römischer Würzwein) oder eine Patina (römische Süßspeise).

Auch die römische Villa Nennig in Perl-Nennig birgt ein berühmtes Überbleibsel der römischen Lebensart: bezaubernde Mosaikkunst. Das berühmte Mosaik von ­Nennig gilt als eines der schönsten und größten Zeugnisse römischer Mosaikkunst nördlich der Alpen für die Zeit des zweiten und dritten Jahrhunderts. Das Besondere: Es verblieb an seinem originalen Fundort! Hier wurde es 1852 zufällig von einem Landwirt entdeckt. Ursprünglich bildete es den Mittelpunkt einer römischen Prachtvilla. Es stellt in sieben farbigen Bildfeldern Szenen aus einem Amphi­theater dar und lässt die oft grausamen Zirkusspiele der damaligen Zeit vor den Augen des Betrachters auf eindringliche Weise lebendig werden.

Noch mehr Naturerlebnis

Nach einer solchen Besichtigung lädt die Natur auf dem Rest des Weges zum Gegenpol der martialischen Bilder ein: Ruhig und friedlich führt der neue Weg über Naturpfade weiter von Hellendorf durch abwechslungsreiche Landschaft bis Orscholz und von dort entlang der Saarschleife nach Mettlach.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 04 / 2012

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