Die bedrohten Tarnungskünstler

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Die Rebhühner finden mittlerweile kaum mehr einen Platz, um sich zu verstecken.
© imago images / blickwinkel

Rebhühner bevorzugen beim Fliegen eher die Kurzstrecke, können dafür aber sehr schnell laufen. Der Hühnervogel hat es nicht leicht: Nicht nur Fressfeinde machen ihm das Leben schwer. Durch die moderne Landwirtschaft finden die Tiere kaum einen Platz, um sich zu verstecken.

Todesfalle Wiese

Der Lebensraum des Rebhuhns wird immer häufiger zur Todesfalle. Denn viele Wiesen werden ausgerechnet in der Brutzeit der Rebhühner gemäht. Die Mähmaschinen ernten das Gras zudem mit einer hohen Geschwindigkeit und einer Schnittbreite von bis zu sechs Metern. Das Rebhuhn und sein Nachwuchs haben keine Chance, den Mähmaschinen zu entkommen.

Wenig Schutz vor Fressfeinden

Die Intensivierung der Landwirtschaft sorgt dafür, dass sich die Versteckmöglichkeiten vor Fressfeinden deutlich reduzieren. Früher konnte sich ein Rebhuhn auch in der vegetationsarmen Jahreszeit in alten Grasstreifen, Grabenrändern oder Hecken verstecken. Mittlerweile kennen Fuchs oder Habicht die wenigen Verstecke der Rebhühner und jagen dort meistens umso erfolgreicher.

Verhalten

Rebhühner können geschickte Flieger sein, sie bevorzugen jedoch lieber die Kurzstrecke. Wenn sie müssen, können sie sehr schnell laufen. In der Regel bewegen sie sich langsam schreitend vorwärts. In einer Gefahrensituation drückt sich das Rebhuhn flach auf den Boden, um nicht erkannt zu werden. Im letzten Moment fliegt es auf und versucht, die nächste Deckung zu erreichen.

Gefährdung

In den vergangenen Jahrzehnten hat das Rebhuhn, das zur Ordnung der Hühnervögel gehört, drastische Bestandseinbußen erlitten. Der Rückgang ist auf die Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Darüber hinaus sind die Jagd sowie der Verlust von Jungtieren durch Witterung, Prädatoren und Straßenverkehr weitere Faktoren für den Bestandsrückgang.

Laute

Die charakteristischen Laute sind vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend zu hören, zwischen Mitte Februar und April. Die Hähne locken die Hennen damit während der Balz, der Ruf dient aber auch zur Markierung des Reviers. Im Herbst nutzen die Tiere den Ruf, um ihre Jungvögel zu locken. Rebhühner sind sehr ruffreudige Tiere.

Tarnungskünstler

Der Rücken und die Flügeldecken sind bei beiden Geschlechtern überwiegend braun und grau, Kopf und Hals sind eher rostrot. Der dunkelbraune Brustfleck ist bei Hähnen deutlich ausgeprägter. Erwachsene Hähne haben um die Augen einen roten Fleck, die Hennen haben auf den Schulter- und Armfedern helle Querbinden. Das Rebhuhn vermeidet Feindkontakt durch Tarnung, denn das braungraue Gefieder macht die Tiere auf dem Feld fast unsichtbar.

Gelege

Ein Rebhuhn-Gelege umfasst im Schnitt zehn bis 20 Eier. Manchmal können es sogar bis zu 24 sein. Die Henne beginnt erst dann mit der Brut, wenn das Gelege vollständig ist. Rebhühner, die bis zu drei Jahre alt und 450 Gramm schwer werden, sind reine Bodenbrüter. Wenn sie im Frühjahr ihren Partner gefunden haben, bleiben sich Hahn und Henne eine Brutsaison lang treu.

Diese und weitere Artikel finden Sie in der wanderlust 1/2020.

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