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Zwischen Bäumen und Baggern

Sie sind umstritten und faszinierend zugleich: die Braunkohletagebaue im Rheinischen Revier. Auf halber Strecke zwischen Aachen und Köln finden sich neben den wie Mondlandschaften anmutenden Abbau­gebieten naturnahe Oasen der Ruhe. Wir haben uns in der ­Region ­umgeschaut und eine faszinierende Kulturlandschaft entdeckt.

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© Frank Brehm

Text & Fotos: Frank Brehm

Für die einen ist sie ein „Klimakiller“ ersten Ranges, für die anderen ist sie eine unserer wichtigsten Energiequellen zur Stromerzeugung: die Braunkohle. Das Rheinische Revier zwischen Aachen, Köln und Mönchengladbach ist die größte zusammenhängende Braunkohlelagerstätte in Europa. In den drei noch aktiven Tagebauen Garzweiler, Inden und Hambach sowie den angrenzenden Kraftwerken beschäftigt die Betreibergesellschaft RWE heute noch knapp 20.000 Menschen. Das Ende des Braunkohletagebaus ab 2045 ist beschlossene Sache, ein früherer Kohleausstieg aber keineswegs mehr ausgeschlossen. Natürlich widmen wir uns hier nicht den energiepolitischen Fragestellungen, sondern sehen uns mit touristischem Interesse in der Region um.

Neu gestaltete Landschaften

Welche Haltung man zur Energiegewinnung durch Braunkohle auch hat – ein Ausflug ins Rheinische Revier ist in jedem Fall sehr interessant. Aussichtspunkte an allen drei Tagebauen bieten Einblicke in den weitgehend automatisierten Braunkohleabbau, während sich bereits ein paar hundert Meter weiter die rekultivierte Landschaft anschließt. Denn jeder Tagebau „wandert“ bis zu drei Kilometer im Jahr. Während an der einen Kante abgebaggert wird, wird an der anderen wieder aufgeschüttet. Schließlich kommen auf einen Teil Braunkohle fünf bis sechs Teile Abraum, der hauptsächlich aus Sand und Kies besteht.

Anders als noch vor einem halben Jahrhundert liegen der Rekultivierung heute naturnahe Flächennutzungspläne zugrunde. Wo die riesigen Schaufelradbagger noch vor wenigen Jahrzehnten alles dem Erdboden gleichgemacht haben, verzeichnet man heute rund ein Drittel mehr Forst- und Waldflächen als in Zeiten vor dem Kohleabbau. Und natürlich mehr Seen, denn dem Boden fehlt am Ende ja dennoch ein bestimmtes Volumen.

Der Blausteinsee bei Inden ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Natur die Landschaft in besonderem Maße zurückerobert hat. Während am einen Seeufer gebadet und geplanscht werden darf, steht das andere unter strengem Naturschutz. Hier haben nicht zuletzt seltene Wasservögel ihr Brutrevier, die im Rheinland seit Hunderten von Jahren nicht mehr gesehen wurden. Apropos See: Auf dem Gebiet des fast 500 Meter tiefen Tagebaus Hambach wird dem Wasservolumen nach einmal der größte See Deutschlands entstehen. Dagegen sind die bisherigen Baggerseen der Region eher Teiche, aber doch mitverantwortlich für das Entstehen einer neuen Tier- und Pflanzenvielfalt.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 5/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2018

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