Gold im Glas

Der Herbst kommt näher: Am Bodensee wird geerntet, alles leuchtet in den schönsten Farben – an den Hängen und im Glas.

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Text: Friederike Brauneck

Mit seinen 536 Quadratkilo­metern ist das „Schwäbische Meer“ nach dem Platten- und dem Genfersee das drittgrößte europäische Binnengewässer – und international. Deutschland, Österreich und die Schweiz teilen sich die 273 Kilometer Uferlänge, wobei auf deutscher Seite Baden-Württemberg mit 155 Kilometer den längsten Part besitzt, Bayern gerade mal 18 Kilometer. Zwar liegt Deutschland am Nordufer, hat aber damit die Sonnenseite erwischt. Während das Südufer in der Schweiz wenig touristisch erschlossen ist und vor allem für Getreideanbau genutzt wird, findet sich hier ein Eldorado für Obstbauern und Winzer – schon seit dem siebten­ ­Jahrhundert wissen die Bewohner diesen Vorzug zu nutzen. Denn der Boden hier ist perfekt: Moränenschotter (Kies), den Gletscher in der Eiszeit vor 10.000 Jahren vor sich her schoben über Sandstein, auch ­Molasse genannt und reich an Mineralien. Mit dem See als Wärmespeicher gibt es ­beste Voraussetzung für gute Weine und Obst. Das ausgewogene Tag-Nacht-Klima auf 450 Metern Höhe verhindert, dass die Trauben ihr Aroma „veratmen“, wie die Winzer ­sagen – alles landet im Wein. Ein Besuch in Hagnau beim Winzerverein wird zu einer beglückenden Geschmacksreise durch die Welt der Reben: Müller-Thurgau, Grauer Burgunder, Spätburgunder und seit eini­ger Zeit auch Sauvignon Blanc – auch im ­historischen Weinkeller vor entsprechender ­Kulisse zu verkosten.

Im September und Oktober sind alle hier in Hagnau zum „Wimmle“ in den Weinbergen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, Erntehelfer aus Rumänien unterstützen die Einheimischen. Es lohnt sich für sie, denn sie können in den Monaten davor schon bei der Obsternte arbeiten. Bei einem Selbstversuch im Rebberg wird klar: Man muss wissen, was man tut: Wo genau setzt man das „Scherle“ an? Wie sortiert man auf Druckstellen oder Fäule? Bei den Winzern ist das Edel-Fäule für einen Rosé beispielsweise. Und schnell muss es auch noch gehen, alles Handarbeit. Der spannendste Moment kommt für den Winzer, wenn die Lese in der Genossenschaft unter den gestrengen Augen des Kellermeisters gewogen und der Oechslegrad festgestellt wird: Der Most- oder Zuckergehalt ist einer der Qualitätskriterien und bestimmt den Preis, den der Winzer für seine Trauben erhält.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 6/2017 von Wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2017

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