Den Rücken stärken

Wandern tut dem Rücken gut. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbel­säulenliga, erklärt im Wanderlust-Interview, warum.

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Wandern gilt als Gesundheitssport. Was tut es für den Rücken?

Dr. Schneiderhan: Zunächst einmal lässt sich sagen, dass regelmäßige Bewegung gut für den Rücken ist. Sie beugt Beschwerden nicht nur aktiv vor, sondern kann sie in einigen Fällen sogar ­lindern. Neben der Kondition stärkt Wandern unsere Bein- und Rumpfmuskulatur, die dafür sorgt, dass die Wirbelsäule Stöße und Erschütterungen besser abfangen kann. Gleichzeitig zählt Wandern zu den sanften Sportarten für den Rücken, da in der Regel keine Überlastungen entstehen.

Wo verstecken sich die Gefahren?

Es gibt zwei wesentliche Dinge, die beim Wandern den Rücken beanspruchen: schwierige Wegstrecken und großes Gepäck. Je länger und unebener die Strecke, desto wichtiger sind gutes, trittsicheres Schuhwerk und regelmäßige Pausen. Wer bei großen Wanderungen viel tragen muss, vermindert mit einem richtig gepackten Rucksack die Last für den Rücken.

Worauf sollten geübte Wanderer achten – und worauf Gelegenheitswanderer?

Gelegenheitswanderer sollten ihre Kräfte nicht überschätzen und anfangs leichte Touren wählen. Bei mehrtägigen Wanderungen können die Etappenlängen nach und nach gesteigert werden. Aber auch für geübte Wanderer gilt, nach einer längeren Pause, wie etwa im Winter, nicht gleich mit Mammutmärschen zu starten.

Was kann der Wanderer tun, um seinen Rücken zu stärken und Rückenschmerzen zu verhindern?

Das A und O ist eine kräftige Rumpfmuskulatur. Diese wirkt wie ein stützendes Korsett und schützt die Wirbelsäule vor übermäßigen Belastungen. Gezielte Übungen helfen, die Muskeln zu stärken. Vor allem der Bauch sollte nicht vernachlässigt werden. Dabei gilt: Lieber jeden Tag etwa fünf bis zehn Minuten trainieren, als einmal wöchentlich einem mehrstündigen Programm nachzugehen.

Worauf sollte ein von Rückenschmerzen geplagter Wanderer achten?

Wer bereits unter Rückenschmerzen leidet, sollte sich eine passende Strecke suchen, deren Länge und Schwierigkeitsgrad die Wirbel­säule nicht überfordern. Zudem hilft vor dem Aufbruch ein leichtes Aufwärmtraining. Hierbei bietet es sich an, das Auto ein Stück entfernt abzustellen und sich bis zum eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung warmzulaufen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 01 / 2013

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