Mal so richtig steilgeh'n

Salzburg ist überlaufen! Aber man muss nur ­wenige Schritte gehen – zugegeben: meist nach oben –, um ­abseits des Rummels Ruhe zu ­genießen, Waldluft zu schnuppern und über ­krasse ­Felskanten ­hinweg die Festung zu ­erblicken, die vor Alpen­gipfeln auf ihrem Berg thront.

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Text & Fotos: Beate Wand

Als Kind saß er immer auf dem rechten Einhorn. Wachend liegt es vor dem nördlichen Tor zum Mira­bellgarten – Pforte in die griechische Götterwelt: ­Zwischen dem sich im Brunnen aufbäumenden Pegasus und den Faustkämpfern, die an der Balustrade zur Altstadt Ein- und Ausgehende flankieren, wuseln allerlei Gestalten durch den Park nahe des Salzach-Ufers und stellen Szenen der klassischen Mythologie dar. „Die Herren, die hier auf Schloss Mirabell residierten, hielten sich nun mal für was Besonderes. Von so vielen Göttern umgeben, fühlten sie sich dem Himmel gleich noch ein Stück näher“, begründet Christian Laserer, warum Fürstbischöfe und Co. Helden­skulpturen sammelten. Mit wehenden weißen Haaren schwingt sich der Stadtführer auf den Einhornrücken. Vor seinen Augen malen rote Blumenreihen geometrische Muster in die barocken Beete. Hinter den glockenförmigen Kuppeln des Doms bremst eine bewaldete Wand den Blick. Gekrönt wird sie von der wuchtigen Hohensalzburg. „Wer von der Burg schwärmt, outet sich als Fremder“, warnt Laserer, „Salzburger sagen Festung zu ihrem Wahrzeichen!“

Durch den mythologisch reich bevölkerten Mirabellgarten schieben sich zahllose Touristen. Nur in den Zwergerlgarten, da scheint sich kaum jemand hineinzutrauen: In einer abgelegenen Ecke, dem Bastionsgarten, fristen groteske Figuren voller Warzen, Pickel und Beulen ihr Dasein – angelegt von Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach. Später, während des bayerischen Regierungsintermezzos (1810 bis 1816), logierte hier die schwangere Frau des bayrischen Thronerben. Sie fürchtete die gedrungenen Gestalten. Also verkaufte Kronprinz Ludwig die „abscheulichen Zwergelen“. Hundert Jahre später trug der Salzburger Verschönerungsverein 15 der ursprünglich 28 Winzlinge wieder zusammen.

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Den gesamten Artikel finden Sie in dieser Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2018

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