Violettes Wanderglück in den Hochheiden bei Willingen

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Herrliche Aussicht in Willingen.
© Klaus Peter Kappest

Endlich wieder frei und unbeschwert durchatmen, in Gesellschaft und inmitten traumhaft schöner Natur. Die violett blühende Landschaft auf dem Kahle Pön bei Willingen-Usseln ist zurzeit ein überaus prächtige Naturschauspiel.

Ende August und Anfang September präsentiert sich die seltene, naturgeschützte Landschaftsform in all ihrer lila Pracht. Soweit das Auge reicht, erinnert blühendes Heidekraut fast an die Toskana mit ihren Lavendelfeldern. Dazwischen gedeihen Moose, Farne und Krüppelkiefern, gelb blühender Ginster, zarte Orchideen sowie Heidel- und Preiselbeersträucher. Willingens bekannteste Hochheide krönt den Ettelsberg. Aber auch auf dem Kahlen Pön bei Usseln und einigen weiteren Gipfeln, kommen Wanderer in den Genuss des opulenten Spektakels von Mutter Natur.

Der Schutz der selten gewordenen Lebensräume, Wissenstransfers und Erlebbarmachen der für Willingen und das Rothaargebirge so typischen Kulturlandschaft ist von besonderer Bedeutung. „Das Projekt hier im Sauerland und Upland hat mitteleuropäische Bedeutung“, weiß Eckhard Jedicke, Professor für Landschaftsentwicklung an der Hochschule Geisenheim. Aufgrund der Größe der Bergheiden und der Entwicklung sei das Projekt ein positives Beispiel für andere Regionen. Beispielhaft sei auch das Engagement aus der Region heraus. „Wir mussten hier nicht bei null anfangen, sondern haben von der bereits zuvor geleisteten Arbeit profitiert.

Zusammenarbeit von Vereinen, Naturparken und Wissenschaftlern

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sei die Heide bis auf 2 Prozent der ursprünglichen Fläche zurück gegangen, schildert Holger Krafft von der Biologischen Station des HSK. Seit den 80er Jahren sei diese Fläche durch ehrenamtliche Pflegeeinsätze und professionelle Maßnahmen gesichert und Schritt für Schritt wieder vergrößert worden. Der vorerst letzte Schritt in diese Richtung war der Start des Bergheiden-Projektes 2017.

Beweidung sichern, Verjüngung und Ausweitung der Flächen

In den vergangenen vier Jahren haben die Akteure durch das Abtragen der oberen Schichten in Form von Schoppern oder Plaggen für die Verjüngung der Heide gesorgt. Das so gewonnene Material dient der Neuansiedlung der Pflanzen auf Rekultivierungsflächen. Die Auswirkung der diversen Maßnahmen auf die unterschiedlichen Pflanzen und Tiere wurde in wissenschaftlicher Begleitung durch Prof. Dr. Fartmannn und sein Team von der Uni Osnabrück erfasst und ausgewertet.

Die Beweidung durch Schafherden ist eine wesentliche Maßnahme, um den Erhalt der Heideflächen nachhaltig zu sichern. Denn der Verbiss sorgt dafür, dass Gras, Bäume und Büsche die Heidesträucher nicht nach und nach überwuchern. Für die einzelnen Heideflächen haben die Projektverantwortlichen verschiedene Wanderschäfer gewonnen. Da diese nur schwer wirtschaftlich arbeiten können, werden sie beispielsweise aus Projektmitteln in der Wasserversorgung der Tiere, bei der Zufütterung oder der Verwertung von Fleisch und Wolle unterstützt.

Wissenschaft und Öffentlichkeit einbinden

Während der zurückliegenden vier Jahre fand ein reger Wissenstransfer statt. Dies geschah in Fachkreisen durch regelmäßigen Austausch mit Wissenschaft und Experten aus anderen Heideregionen. Nicht zuletzt waren auch Information und Aufklärung von Einheimischen und Touristen und das Erlebbarmachen von Natur und Landschaft ein wichtiger Teil des Projektes. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem der im Wechsel in Willingen und Winterberg stattfindende jährliche Hochheidetag.

Wandertipps und viele weitere Informationen erteilt gern die Tourist-Information Willingen.

Kontakte Tourist-Informationen

Tourist-Information Willingen


Am Hagen 10
34508 Willingen (Upland)

Tel. +49 (0) 5632 / 9694353


Fax. +49 (0) 5632 / 9694395

willingen@willingen.de

www.willingen.de

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