Wanderskizzen Saarland / 25 Tage – 25 Bilder

Die Künstlerin Katharina Krenkel hat sich viel vorgenommen. Sie wird 25 Tage durch das Saarland wandern und dabei künstlerische Wanderskizzen gestalten. Los geht es am 3. September.

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Künstlerin Katharina Krenkel beim Anfertigen einer Wanderskizze im Wald.
© Rich Serra

Die Künstlerin Katharina Krenkel startet am Montag, den 3. September, zu einer 25-tägigen Pilgerreise durch das Saarland. Auf der insgesamt 305 Kilometer langen Strecke, die sie alleine wandert, geht sie fernab der üblichen Ströme und nutzt Wanderkarte und Kompass. Ihre Eindrücke hält sie täglich in gezeichneten und künstlerisch gestalteten Wanderskizzen fest. In der Tradition der Mail ART Projekte entstehen Kunstwerke in Postkartengröße, die auf analogem Weg – per Post – ihren Weg ins Weltkulturerbe Völklinger Hütte finden. Dort wächst die Ausstellung „Wanderskizzen Saarland / 25 Tage – 25 Bilder“ über den Zeitraum der Wanderung heran. Nach Abschluss der Wanderung bringt die Künstlerin am Freitag, den 28. September, das letzte Werk persönlich in der Völklinger Hütte vorbei und eröffnet gleichzeitig offiziell die Ausstellung.

Nur mit dem Nötigsten ausgestattet – Krenkels Rucksack wiegt gerade einmal sieben Kilo – startet sie die Rundwanderung vor der eigenen Haustür in Köllerbach. Das Bedürfnis nach Naturnähe, nach Rückzug aus dem Alltag und die Lust auf Abenteuer motivieren ihr künstlerisches Vorhaben. Die Mutter von vier Kindern hat sich dabei ganz bewusst das Saarland als Wanderland ausgesucht: „Ich bin sehr gespannt auf das Wechselspiel von Industriekultur und Natur. Die Eindrücke liegen im Saarland ja sehr eng beieinander. Ich glaube nach meiner Wanderung wird das Saarland für mich riesengroß sein, mit all den Eindrücken und Erfahrungen.“ Am 3. September führt sie der Weg über die Völklinger Hütte – die spätere Ausstellungsstätte – nach Wadgassen. 22 weitere Etappen, die sich meist randläufig des Saarlandes befinden, folgen. Die Wahl-Saarländerin durchquert unter anderem den Naturpark Saar-Hunsrück, das Ostertal, den Bliesgau und das Steinbachtal. Zwischendrin sind in Mettlach und Fürth zwei Wander-Ruhetage vorgesehen, die aber ebenfalls für die Kunst und das Aufarbeiten des Erlebten genutzt werden. Die Postkarten im A5-Format werden hauptsächlich mit Tusche, Nadel und Faden gestaltet.

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Katharina Krenkel nimmt nur das Nötigste bei ihrer 25-tägigen Tour mit.
© Rich Serra

Bereits im vergangenen Jahr hat Katharina Krenkel die Themen Rückzug und Abgeschiedenheit in ein Kunstprojekt eingebettet, als sie sich für zwei Wochen in der Sakristei der Stadtkirche Bietigheim-Bissingen in Klausur begeben hat. In dieser Zeit hat sie nicht gesprochen und ihre Erlebnisse in Form von künstlerisch gestalteten Tagebüchern und Installationen rund um die Kirche festgehalten.

Die gesamte Wanderung kann in Form eines Wandertagebuchs auf www.reiseblog.saarland mitverfolgt werden. Die Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist ab dem 5. September zu sehen.

Wer das Saarland selbst zu Fuß erkunden möchte findet alle Informationen zu Wanderwegen hier.

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Katharina Krenkel freut sich auf die Wanderung.
© Rich Serra

Vor der Wanderung sprach Susanne Renk vom Reiseblog Saarland mit der Künstlerin:

Katharina, wie bereitest Du Dich auf die Wanderung vor?

Ich jogge jeden Tag. Und ich unternehme Probewanderungen in voller Montur. Neben dem Wandern muss ich ja auch meine Kunst praktisch organisieren. Wie transportiere ich Stifte und Blätter für die Skizzen? Aber ich wälze auch geistig die Wanderung in mir hin und her: Was könnte mir passieren?

Ich finde Dein Vorhaben ganz schön mutig. Bist Du mutig?

Ich selbst habe mich nie so wahrgenommen. Offensichtlich, rückblickend bin ich mutig. Ich vertraue in meine Kraft, mental und körperlich. Die treibende Kraft ist bei mir sicher die Neugier. Ich will immer wissen, was verbirgt sich hinter der nächsten Kurve, das finde ich spannend.

Du wanderst alleine. Warum?

Neben meinem Beruf als Bildende Künstlerin bin ich Mutter von vier Kindern und auf den Spuren von Syssiphos unterwegs im Kampf mit den Herausforderungen des Alltages. Meine älteste Tochter ist nun 22 Jahre alt und ich bin zunehmend erziehungsmüde und stelle vieles infrage. Ich freue mich auf meinen eigenen Rhythmus beim Wandern und die Zeit mit mir. Ruhe und Alleinsein wird mehr und mehr zu meinem Thema. Da gibt es eine tiefe Sehnsucht in mir, diesen Traum von einer Saarlandwanderung umzusetzen.

Wie reagiert Deine Umwelt auf Deine Wanderung?

Ganz unterschiedlich. Die einen wollten genau das auch immer schon mal machen und möchten gerne meine Route nachwandern. Die anderen gleichen die Wanderung mit ihrer eigenen Realität ab und stellen sich vor, wie es wäre, wenn sie diesen Schritt gehen würden. Da kommen immer die Fragen: Wieviel Kilometer? Ganz alleine? Oh Gott! Aber auch die Sehnsucht, einfach die Tür hinter sich zuzuziehen und los zu gehen.

Warum wanderst Du im Saarland?

In erster Linie geht es mir um das Vorankommen und das Erforschen. Ich gehe einfach gerne den Dingen auf den Grund. In diesem Falle dem Saarland, dem Flecken Erde, wo ich gerne lebe und arbeite. Ich bin sehr gespannt auf das Wechselspiel von Industriekultur und Natur. Die Eindrücke liegen im Saarland ja sehr eng beieinander. Ich glaube nach meiner Wanderung wird das Saarland für mich riesengroß sein, mit all den Eindrücken und Erfahrungen. Dazu fällt mir ein Satz meines Lehrers Oskar Hohlweg ein: „Man muss den Rahmen enger stecken, damit man in die Tiefe gehen kann.“

Was suchst Du? Einsamkeit, Natur, Dich?

Meine erste Sehnsucht gilt der Natur, der Ruhe und dem Menschenleeren. Einsamkeit würde ich es nicht nennen. Ich suche aber auch ein Abenteuer und darin kommen dann wieder die Menschen vor: Wem werde ich begegnen? Was für Geschichten werde ich auf meiner Wanderung erfahren?

Kunst und wandern! Wie geht das zusammen?

Kunst hat viel mit Sehen, Schauen und Entdecken zu tun. Beim Wandern entwickelt sich ein Tempo, das viel Wahrnehmung und Sehen zulässt. Radfahren ist mir oft schon zu schnell. Ich komme beim Wandern sehr gut in einen Flow, den ich auch vom Zeichnen kennen. Und da kommt Kunst und Wandern dann zusammen. Was sehe ich und welche emotionalen Zustände stellen sich beim Wandern bei mir ein. Was geschieht in mir und wie fliegt dann meine Hand über das Papier? Zeichnen aus dem Sitzen heraus ist etwas total anderes. Bei der Saarlandwanderung begebe ich mich in die Klausur nach Draußen in die Natur.

Wir sind sehr gespannt, was Du bei Deinen Wanderungen im Saarland erleben und welche Eindrücke Du in Deinen Wanderskizzen festhalten wirst und wie es Dir überhaupt ergehen wird. Wir wünschen Dir eine gute Wanderung!

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