Wer trompetet denn da?

Beim Wandern oder Spazierengehen lohnt es sich jetzt, den Blick auch mal gen Himmel zu richten. Denn Anfang März kehren traditionell die ersten Zugvögel aus dem Süden zurück nach Deutschland.

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Die Kraniche gelten als „Frühjahrsboten“. Kehren sie aus ihren Winterquartieren zurück, ist der Frühling nicht mehr fern.
© Uschi Dreiucker / pixelio.de

Wenn die Kraniche zurückkehren, ist dies ein Zeichen für den beginnenden Frühling. Dabei sorgen Sie für ein echtes Spektakel am Himmel. Im Formationsflug fliegen sie meist von Südwesten an – die Zugketten in Keilformation sind schon von weitem zu sehen, zählen sie doch mitunter über 1.500 Vögel. Und zu überhören sind sie auch nicht. Mit lautem „Trompeten“ kündigen sich die Tiere an, als wollten sie die ganze Welt wissen lassen: „Hey, wir sind wieder da!“

Der Großteil der hierzulande heimischen Kraniche überwintert in milderen Gegenden, vor allem in Südfrankreich und in Spanien. Dort sammeln sich jetzt an den großen Rastplätzen wieder Zehntausende zum Abflug nach Nordosten. Vom französischen Lac du Der in der Champagne kommend, fliegen kleine Trupps bereits ab Mitte Februar nach Deutschland ein.

Kraniche sind die größten Vögel Europas. Im Stehen misst ein ausgewachsenes Tier schon mal 110 bis 130 Zentimeter. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa 220 bis 245 Zentimeter. Charakteristisch für den Kranich sind sein hellgraues Gefieder, die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose rote Kopfplatte. Im Flug streckt er Hals und Beine weit aus. Dadurch ist er leicht vom Graureiher zu unterschieden, der seinen Hals s-förmig verbiegt.

Anders als etwa die Störche sind Kraniche sogenannte „Ruderflieger“. Beim Flug schlagen sie langsam, aber kräftig mit ihren Schwingen. Auf ihren Zügen bilden sie größere Schwärme. Dabei nehmen sie im Flug V- oder 7-Formationen ein, bei denen sich die Tiere in der „Führungsarbeit“ abwechseln. Dieser ökonomische Formationsflug hilft den hinterherfliegenden Vögeln Energie zu sparen.

Bei günstigem Flugwetter ziehen mehrere Tausend Kraniche entlang der westlichen Route via Eifel, Moseltal, Bonn, Siegerland, Ruhrgebiet und Weserbergland in Richtung Norden. Oder sie wählen die Alternativroute vom Saarland und Rheinland-Pfalz via Frankfurt am Main, den Taunus und die Wetterau in Richtung vorpommersche Boddenlandschaft.

Für einen Teil von ihnen ist die beschwerliche Reise hier zu Ende. Denn Dank intensiver Schutzbemühungen brüten in Deutschland heute wieder etwa 8.000 Kranichpaare. Der Rest begibt sich auf die letzte Etappe zu den Brutrevieren in Skandinavien, Polen, in den baltischen Staaten oder in Weißrussland.

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