Winterspaß in Deutschlands wildem Süden

Im Allgäu führen präparierte Winterwanderwege und markierte Schneeschuhtouren durch verwunschene Moore und auf spektakuläre Aussichtsgipfel, durch märchenhafte Winterwälder und entlang zugefrorener Seen.

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Das Moor um Oberjoch ist eine wahre Winterwunderlandschaft.
© Annika Müller

Text & Fotos: Annika Müller

Weiß und weiß und wieder weiß. Die Moorlandschaft um Oberjoch ist komplett von Schneetreiben und Nebel verschluckt. Dennoch ist eine Winterwanderung auf den präparierten Wegen des Allgäuer Wintersportorts in keinem Moment eintönig. Unter den Stiefeln knirscht leise der Neuschnee. Schneeflocken setzen sich auf die Nasenspitzen und Brillengläser. Die dick mit Schnee beladenen Baumwipfel kratzen scheinbar an den watteweichen, tief hängenden Wolken. Birken und Weiden zeigen an, dass sich Wasserlöcher und sumpfiger Untergrund unter der Schneedecke verbergen. Ihre dünnen Äste hängen unter der Last des Schnees weit nach unten und laden ihre Fracht auf den arglosen Schneeschuhwanderern ab, die unter ihnen hindurchgehen. Hoppla, beinahe wäre man auf der dick verschneiten Eisdecke des kleinen Weihers gelandet, die sich kaum vom Ufer unterscheidet. An Tagen mit starkem Schneetreiben ist die präparierte Wandertour zum Moorweiher ideal, halten doch die Tannenbäume einen Teil des gefrorenen Niederschlags ab. Die Tour zum „Ifenblick“ genannten Aussichtspunkt oder die Panoramatour von Oberjoch halten jedoch an solchen Tagen nicht, was sie versprechen.

Schneesicherheit in Oberjoch

„Das Hochtal von Oberjoch ist mit über 1.000 Meter Höhe relativ schneesicher“, erklärt Simone Zehnpfennig vom Allgäu-Tourismus, die jede freie Minute auf den von ihr beworbenen Wanderwegen, Loipen und Pisten verbringt. Das sportliche Energiebündel teilt mit Leidenschaft seinen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Wissen über die Region. Und Zehnpfennig kennt den idealen Ort um die gefrorenen Nasen wieder aufzutauen: Die Meckatzer Sportalp in Oberjoch, wo viele Winterwanderwege, Loipen und Pisten zusammenlaufen. Hier wird mit dem „Allgäuer Sushi“ Ungewöhnliches geboten – und darum ein ziemlicher Wirbel gemacht. Weniger exotisch als gedacht, eher bodenständig schmeckt das optisch ansprechend hergerichtete Graupen-Sushi, das die Meckatzer Sportalp in vielerlei süßen und salzigen Variationen anbietet.

An der Grenze zu Österreich

Anderntags hat Petrus bessere Laune. Die Gipfelwelt der Allgäuer Alpen präsentiert sich in voller Schönheit und lässt ihre weiße Pracht in der Sonne funkeln wie ein Versprechen. Auf der Wiedhaghütte, wo die Terrasse die perfekte Ausrichtung hat, um die Nachmittagssonne bis zum letzten Sonnenstrahl auszunutzen, erklärt Zehnpfennig, warum die Grenzregion zu Österreich ein so attraktives Winterziel ist. Nicht nur die Pisten, für deren durchgängige Schneequalität modernste Beschneiungstechnik sorgt, sondern auch präparierte Winterwanderwege, Langlaufloipen und Schneeschuhpfade locken Gäste aus aller Welt.

Zehnpfennig empfiehlt die Wanderung über die Luitpoldhöhe bei Bad Hindelang „mit einem Blick auf die tief verschneite Allgäuer Gipfelwelt“ oder aufs Imberger Horn mit einem „großartigen Pano-ramablick“. „Bei Hinterstein führen die Winterwanderwege sogar in die Allgäuer Hochalpen hinein, eins der größten Naturschutzgebiete bundesweit“, so Zehnpfennig. Dank der Lage in einem der niederschlagsreichsten Gebiete Mitteleuropas ist die Südspitze des Allgäus, also das Illertal um Oberstdorf und seine Seitentäler, am schneesichersten.

Zwölf Berghütten

Bad Hindelang, zu dem Oberjoch gehört, weist insgesamt 50 Kilometer an geräumten Winterwanderwegen aus. 30 Wege führen allein durch und um das Ostrachtal. Rund um den Kneipp-Kurort Bad Hindelang, der stolz auf seine 120 allergikerfreundlichen Betriebe ist, haben zwölf Berghütten für Winterwanderer geöffnet. Das Loipennetz, darunter auch eine 800 Meter lange Nachtloipe, schließt sich direkt an die Loipen im Tannheimer Tal an. Spitzenskifahrer trainieren im ATA Oberjoch, das neben Bischofswiesen und Garmisch-Partenkirchen eines der drei deutschen Trainingszentren der Slalom- und Riesenslalomfahrer ist. Einmal in der Woche werden bei Flutlichtbeleuchtung in Oberjoch Skifahrerträume auch nachts wahr.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2020 von wanderlust. Hier können Sie das komplette Magazin nachbestellen.

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