Das Salz von seinem Boot

Wozu braucht ein Krabbenfischer ­einen Mini-Kescher, eine kleine P­lastiksalatschleuder und eine Bratensaftpipette an Bord? Ist doch klar: Er siedet Salz. Ohne zusätzliche Energie. Frei von jeglichen Zusatzstoffen.

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Text und Fotos: Beate Wand

Der Fischer fischt. So weit nichts Ungewöhnliches. Mit einem Mini-Kescher aus dem Aquaristik-Handel hebt er feine Salzkrüstchen aus dem seichten Wasser. Schon ungewöhnlicher. Löffelt diese in eine Salatschleuder. Hmm … Und wenn es dunkel wird, bei Hochwasser, da fährt er seine geheimen Spezialplätze an, stoppt den Motor und beugt sich mit einem schwarzen Eimer am Seil weit über die Reling, um weiße Plastiktonnen bis unter ihre roten Schraubdeckel zu füllen. Mit Meerwasser. Uuuh … Ob er dann noch bei Vollmond drum herumtanzt, wollen Sie wissen? Nee, muss er nicht. Denn Andreas Thaden, einziger Fischer auf Amrum, ist ein überaus bodenständiger Seebär.

Ihn wurmte, dass der Achtzylinder­diesel im Maschinenraum nur 40 Prozent der erzeugten Energie in Fortbewegung umsetzt; der Rest verpufft einfach. Daran konnte der Krabbenfischer zwar nichts ändern. Doch dank einer Idee nutzt ­Andreas ­Thaden nun auch die restlichen 60 Prozent: Er siedet echtes Nordseesalz. Während er auf offener See fischt.

Über dem Heck spannt sich ein Dach aus weißem Segeltuch. An einem Gestänge darunter hängt ein Tampen – das Ende ­einer Leine –, der zu einem orangefarbenen Kugelfender führt. Thaden ergreift ihn und schleudert ihn weg. Unkontrolliert baumelt die Kugel umher. „Meine Möwenvergrämungsanlage“, verrät er grinsend. Der sonst mit Baumkurre – einem beutelartigen Schleppnetz – Krabben fangende Fischer hebt eine blaue Kiste hoch. In ihr lagern seine Siedepfannen. Unter ihnen schlängeln sich Leitungen. „Das heiße Kühlwasser des Schiffsmotors leite ich unter die Pfannen“, erklärt der breitschultrige Seemann. Dort lässt es das Meerwasser in den Pfannen verdunsten. Doch bevor dieses durch ein klärendes Vlies hinein kommt, sacken in den Tonnen noch mindestens 48 Stunden lang die Schwebstoffe nach unten.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 5/2017 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2017

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