Auf den Spuren des Kardinals

Der Kardinalsweg im Oldenburger Münsterland verbindet das ehemalige Kloster Damme mit der Benediktinerinnenabtei Burg Dinklage – 24 Kilometer mit fünf Stationen, die an Clemens August Kardinal von Galen erinnern.

neuer_name
Der Kardinalsweg in den Dammer Bergen.
© Wolfgang Stelljes

Text & Fotos: Wolfgang Strelljes

Am Anfang des neuen Pilgerwegs steht Jos Houben. Er begrüßt die Pilger im ehemaligen Kloster Damme, heute ein Hotel. Houben ist Salvatorianer, einer von knapp 60 Priestern, die dieser katholischen Ordensgemeinschaft in Deutschland angehören. 42 Jahre lang war er im Erzbistum Köln als Priester und Sozialpädagoge tätig, zuletzt zuständig für 16 Gemeinden. Seit Ende 2018 ist er Rentner, „von hundert auf null“, eine echte Zäsur. Und nun?

Nun begleitet Houben Pilgertouren, eine Aufgabe, zu der er kam „wie die Jungfrau zum Kind“. Kaum hatte es ihn in den Landkreis Vechta verschlagen, erfuhr er von dem Kardinalsweg. Anfangs wunderte er sich: Warum bieten die Erholungsgebiete Dammer Berge und Nordkreis Vechta einen Wanderweg an und erklären ihn zum Pilgerweg? Inzwischen denkt er: Dass Leute durch Naturerlebnisse die Möglichkeit bekommen, den Weg zu sich selbst zu finden, gerade in einer Zeit der Globalisierung, der Digitalisierung und des Konsums – das ist „eine tolle Kombination“.

Das Rüstzeug

Der 71-jährige Kleriker bringt nicht nur das geistliche Rüstzeug mit, sondern ist auch gut zu Fuß, dank vieler Touren mit Pfadfindern und regelmäßiger Kurzwallfahrten in seiner Gemeinde. Selbstverständlich hat er sich auch schon auf dem Jakobsweg seine Blasen geholt, „leider Gottes nicht die ganze Strecke, nur 150 Kilometer, das schönste Stück, Pamplona, Logroño, Leon, die Ecke da oben in Nordspanien“, wie er bedauernd einräumt.

Houben weiß: „Pilgern tut gut.“ Er weiß aber auch: „Pilgern ist anstrengend. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch, seelisch. Es kann einen völlig aus dem Lot hauen, besonders dann, wenn in einem etwas losgerüttelt wird. Und das kommt genau dann, wenn meine Knochen nicht mehr so richtig wollen. Dann kann es bei Kilometer 15 oder 20 schon mal heftig werden.“

Houben hat den Kardinalsweg zunächst testweise abgelaufen, allein und forschen Schrittes in gut sechs Stunden. „Die Region Dammer Berge ist wunderschön. Es gibt aber auch Abschnitte, das sind wirkliche Durststrecken.“ Asphaltiert und immer geradeaus. Insgesamt 24 Kilometer, das ist „sportlich“. Aber eines ist das neue Angebot eben genau nicht: eine Sportveranstaltung. „Es ist ein Weg in sich selbst hinein. Wir versuchen, die Leute aus dem Alltag herauszunehmen. Damit sie sich wieder selbst in den Blick nehmen. Und wieder Freund von sich selbst werden. Ein Begleiter kann dabei helfen.“

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2020 von wanderlust. Hier können Sie das komplette Magazin nachbestellen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

Zur Zeit liegen keine Events vor …