Bucklige Schönheit

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Idylle mit Bergkulisse auf den Buckelwiesen bei Mittenwald: im Vordergrund ein typisches „Stadl“, das die Bauern während ihrer jährlichen „Wiesmahd“ nutzen.
© Alpenwelt Karwendel / Guenter Hans

Verspielt wirkende Landschaftsform mit großem Artenreichtum und langer Geschichte: Die Mittenwalder Buckelwiesen sind ein kleines Juwel in den Bayerischen Alpen. Spazieren Sie doch einfach mal hindurch!

Text: Wilfried Spürck

Das bayrische Alpenland hat eine Vielzahl beeindruckender Naturphänomene zu bieten: die gewaltigen Bergformationen des Karwendel oder des Wettersteingebirges mit Deutschlands höchstem Gipfel, der Zugspitze, malerische Seen und Gebirgsbäche, enge Schluchten wie die Partnachklamm oder die Höllentalklamm und vieles mehr. Wanderer und Bergsteiger finden hier unendlich viele Touren, die diese Naturschönheiten erlebbar machen. Daneben gibt es in der Region aber auch manches Kleinod zu entdecken. Dazu zählen die Buckelwiesen. Das Wort beschreibt das Phänomen treffend und anschaulich: grasbewachsene Bodenwellen, die das Landschaftsbild prägen und zudem Lebensraum einer großen Zahl von Pflanzenarten sind. Der größte zusammenhängende Bestand an Buckelwiesen befindet sich im Werdenfelser Land zwischen den Orten Mittenwald, Krün und Wallgau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort erstrecken sich rund 1.000 Hektar naturbelassener Buckelwiesen, in ganz Bayern sind es 1.200 Hektar. Sie stehen unter Naturschutz, doch ausgebaute Wege für Wanderer und Radfahrer führen mitten durch die Talebene unweit der Isar. Vor allem bei angenehm warmen Temperaturen, wenn die Sonne vom blauen Himmel scheint, lassen sich so bei einem erholsamen Spaziergang die Ortschaften Mittenwald, Krün mit dem Ortsteil Klais und Wallgau miteinander verbinden. Rund zehn Kilometer lang ist der Weg von Mittenwald bis nach Wallgau entlang der Buckelwiesen, eingerahmt von den Gebirgszügen des Karwendel und des Wetterstein inklusive der Zugspitze. Herrliche 360-Grad-Panorama-Blicke eröffnen sich unterwegs. Kleinere bewaldete Abschnitte oder der Schmalensee sorgen außerdem für Abwechslung. Dieser kleine See bildet den Einstieg in das Buckelwiesen-Areal, wenn man vom Ortskern Mittenwald über die Gröblalm und die Ausläufer des Kranzbergs kommt.

Wiesmahd im Sommer

Die Buckelwiesen haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Ob mit Schnee bedeckt im Winter oder farbenprächtig übersät von den Blüten seltener Pflanzenarten des Alpengebietes wie Krokus, Enzian, Mehlprimel, Habichtskraut oder Berg-Hahnenkraut im Frühjahr – mit ihren verspielt wirkenden Formen machen die Buckelwiesen in jedem „Kleid“, in dem sie sich präsentieren, einfach Spaß beim Hinschauen. Der Sommer ist die Zeit der „Wiesmahd“. Dann liegt der Duft von frischem Heu und Kräutern in der Luft. Die Buckelwiesen werden ein Mal im Jahr gemäht, damit sie nicht durch Gehölze zuwachsen. Diese Arbeit erfordert einen sehr hohen Aufwand. Aufgrund der spezifischen Geländeform mähen die in der Regel aus der Region stammenden Bauern die Wiesen überwiegend mit der Sense von Hand, mit maschinellen Hilfsmitteln lässt sich gerade in den Mulden schlecht arbeiten. Teile der Buckelwiesen werden auch von Schafen und Ziegen beweidet. Die Europäische Union unterstützt die Landwirte für ihre mühsame und zeitraubende Arbeit finanziell, um so den Erhalt dieses seltenen und ökologisch wertvollen Biotops zu fördern.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 5/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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