Der Klang des Wanderns

neuer_name
Blick über das „klingende Tal“: Wo seit 400 Jahren Instrumente gebaut werden, schlägt auch das Wanderherz höher.
© Alexa Christ

Rund um die Musik- und Wintersportstadt Klingenthal im Oberen Vogtland lässt sich ganz vortrefflich wandern – dank ausgeprägter Höhenzüge und tief eingeschnittener Täler. Es ist eine Landschaft, die nicht nur Muskelkraft erfordert. Sie bringt auch einen besonderen Menschentyp hervor. Wir haben ihn getroffen.

Text: Alexa Christ

„Über uns Vogtländer sagt man, wir seien ein zänkisches kleines Bergvolk“, verrät Wanderführerin Anja Kummer lachend. Wir stehen an der Passhöhe Mühlleiten, 860 Meter über dem Meeresspiegel. Warum der gemeine Vogtländer gern poltert und dem Nachbarn zuweilen nicht über den Weg traut, lässt sich hier oben schnell begreifen. „Um uns herum nur Berge, hinter uns schon Tschechien“, verdeutlicht Kummer. „Um in den nächsten Ort zu gelangen, muss immer ein Pass von 700, 800 Metern Höhe überwunden werden.“

Das verengt mitunter den Blick. Tatsächlich wurde das Obere Vogtland, die Region im südwestlichsten Zipfel Sachsens, erst spät – vom Hochmittelalter bis ins 16. Jahrhundert hinein – besiedelt. Lange erschien die Landschaft den Menschen zu unwirtlich. Zu viele Berge, zu viel Wald. Die Berge gibt es noch heute. Den Wald zu großen Teilen auch. Rund um die hübsche Kleinstadt Klingenthal etwa sind es noch gut 73 Prozent Waldfläche. Kein Wunder also, dass uns der Wanderweg zunächst einmal durch einen schönen Nadelhain und lautes Vogelgezwitscher führt. Wir befinden uns inmitten des Naturparks Erzgebirge/Vogtland. Der Park schützt die Hochmoore in den Kammlagen, die Heckenlandschaften mit ihren Steinrücken und Feldgehölzen, die Quellmoore in den zahlreichen Bach- und Flusstälern, die Berg- und Feuchtwiesen sowie die Reste der ursprünglichen Bergmischwälder.

Im 16. Jahrhundert begannen die Menschen, hier Fichten-Monokulturen anzulegen. Der Holzbedarf war groß. Bis ins ferne Leipzig und nach Halle wurden die Hölzer geflößt. Am Floßteich und entlang des heute noch erhaltenen Floßgrabens, durch das die Holzstämme einst nassen Fußes ins Tal bewegt wurden, ahnen wir, welch schwere Arbeit das war. Die Flößer, auch „Schluchtenhalter“ genannt, mussten mithilfe von Floßstangen verhindern, dass sich die meterlangen Stämme verkeilten und aufstauten. In der glitschig-kalten Schlucht konnte das verdammt gefährlich werden, vor allem wenn die Scheite unregelmäßig über die Floßrutsche in die Tiefe stürzten. Die Zeiten der Flößer sind natürlich längst vorbei. Den alten Fichten-Monokulturen versucht man heute den Garaus zu machen. Buchen und Kiefern schimmern immer stärker durch. „Der Wald ist weniger gestresst und anfällig, wenn verschiedene Baumarten und Baumgenerationen zusammen wachsen“, verrät uns Wanderführerin Anja Kummer.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 3/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

Zur Zeit liegen keine Events vor …