Die Seele baumeln lassen

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Entschleuniger: Sonnenuntergang vor Timmendorf Strand.
© Beate Wand

Obwohl sie über einen Damm unkompliziert zu erreichen ist, findet eine überschaubare Zahl an Urlaubern ihren Weg auf die Insel Poel vor der Hansestadt Wismar. Sie hat die Ruhe weg, kommt unaufgeregt daher. Zeit und Raum? Reichlich vorhanden!

Text: Beate Wand

Inmitten eines weißen Lotsenhauses strahlt seit knapp 150 Jahren der schmucke Leuchtturm. Nicht nur, dass er seine Lichtbündel übers Wasser wirft, um Kapitäne sicher durch die Wismarbucht in die Hansestadt zu lenken. Er schafft auch eine wohlige, etwas an englische Küstenstädtchen erinnernde Atmosphäre, die sich über den ganzen Hafen von Timmendorf legt. Vorn liegen Rettungskreuzer, Lotsen- und Fischerboote, entlang der einfriedenden Molen machen Segeljachten und Sportboote fest. Mit letzter Kraft des Tages vergoldet die Sonne die klaffende Wand des südlich anschließenden Steilufers, lässt die Scheiben im Lotsenhaus magisch aufleuchten. Immer mehr Menschen versammeln sich – in der einen Hand ein Gläschen, in der anderen die Kamera. Alle gucken in dieselbe Richtung. Zu der Linie, wo das sanft gekräuselte Blau-Orange auf feurige Rottöne trifft. Ein Segler zeichnet noch seinen Schattenriss auf den glühenden Ball, bevor er gänzlich abtaucht.

Die Kirche bleibt im Dorf

Poels Umriss erinnert an eine Hand, die gerade etwas greifen oder aufheben will. Zwischen dem Daumen und den übrigen Fingern kerbt sich die Bucht der Kirchsee ein. An ihrer Spitze liegt Kirchdorf. Im Hafen wetteifern Fischbrötchenbuden um die Gunst der Ausflügler. Hinter den Masten der Segler lugt der achtseitige rote Helm der Kirche wie eine Bischofsmütze über die Wipfel. Die abschirmenden Bäume stocken auf hohen Wällen. Lange lotste die 800 Jahre alte Kirche als weithin sichtbare Landmarke Seefahrer in die Wismarbucht. Ab 1620 entstand eine Festung um sie herum. Die Anlage wurde mehrmals verwüstet und verfiel. Verbliebene Erdwälle und Gräben sowie ein 1:10-Modell im Außenbereich des Inselmuseums wecken eine Vorstellung vom Schloss in der Festung.

Ob es daran liegt, dass über Poel nach dem Westfälischen Frieden für einige Zeit die Schweden bestimmten – irgendwie geriet Deutschlands siebtgrößte Insel bis heute ein wenig aus dem Fokus: Pompöse Hotels fehlen, die Gastronomie ist überschaubar und knapp 2.500 Einheimische sind froh, dass ihnen keine Blechkolonnen die Straßen verstopfen. Autos entleeren sich eingangs der beliebtesten Orte. Besucher bummeln oder radeln durch den Hafen von Timmendorf Strand, über die Promenade vom Schwarzen Busch oder den Weg von Gollwitz zum Strand am familienfreundlichen Flachwasser.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 2/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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