Fabelhaft gruselig

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Wälder und Wiesen wechseln sich am Bödefelder Hollenpfad ab. Ein Mix, der immer wieder reizvolle Blicke wie über das Rotwildgehege eröffnet.
© Beate Wand

Bödefeld ist legendär. Zumindest kursieren hier etliche gruselige Geschichten. Der Hollenpfad spürt ihnen nach. Er bringt die Wanderer nicht auf, aber über die Palme, zeigt ihnen geheimnisvolle Waldflecken und klingt mit Weitblicken über die Wiesenlandschaft lieblich aus.

Text: Beate Wand

Dicke Moospolster besänftigen die scharfen Kanten an Felsen und Baumstämmen. Formen fluffige Kissen und bequeme Sessel aus ihnen. Lassen die wulstigen Wurzelstöcke des Niederwalds wie ein Wohnsilo für Zwerge aussehen. Hier ein Eingangstor, dort ein Schlupfloch. Hausen hier etwa die sagenumwobenen Hollen? Sie sollen einst von menschlicher Gier vertrieben worden sein. Aus ihrem Hollenhaus. Dem riesigen Felsen, der sich ein gutes Stück zuvor am Bödefelder Hollenpfad über zwei Forstweg-Etagen aus dem Waldboden stemmt. Hier guckt nur ein niedriges Felsband heraus. Hingeworfene Schieferbröckchen häufen sich darüber. Darin steckt etwas schief ein provisorisches Gipfelkreuz. Ein roter Faden bindet einfach zwei Stöcke rechtwinklig aneinander. Unter dem Dach von Buchen- und Eichenkronen wirkt es skurril, ein wenig verloren. „Kehlenberg H 621 nN“ leuchtet in handgemalten, weißen Lettern auf einem Brett am Fuße. Darüber grinst ein bunter Fisch, den jemand auf einen Stein gepinselt hat.

Als nördlichster Ausläufer des Naturraums Hunau kesselt der Kehlenberg mit anderen Höhen die Bödefelder Senke ein. Hunau heißt auch der Bergrücken, der den Ortsteil Bödefeld von vielen anderen seiner weit verstreuten Stadt Schmallenberg im Hochsauerland abriegelt, ihn zu einem sympathisch entlegenen Fleckchen macht. Und wie das so ist: Einsamkeit spinnt viele Geschichten. Schon um die Gründung des 1.100-Seelen-Dorfs rankt eine Legende: Der erste Münsteraner Bischof Liudger soll um das Jahr 800 einen Mann namens Buddo wieder zum Leben erweckt haben, der als vermeintlicher Pferdedieb gelyncht worden war. Die Menschen errichteten ein Kreuz, um an das Wunder zu erinnern. Dort wuchs eine Siedlung heran, genannt Buddenfeld.

Eine Urkunde des Klosters Grafschaft von 1012 verbrieft den Namen Buodevelden erstmals, steht in Schreibschrift auf einem Brett. Es hängt an einem aufgefächerten Baumstamm. Solche Baumfächer begleiten das Ufer der Palme.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 6/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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