Geister im Getöse

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Spritziges Abenteuer: Der Wasserfallsteig hangelt sich am Felsfuß entlang bis zur Gischt des Wasserfalls in die Felsritze hinein.
© Beate Wand

Keine Angst vor zwielichtigem Gesindel und zumindest so schwindelfrei, dass der Blick durch ein Gitterrost 43 Meter tief fallen darf – das sind die Voraussetzungen, um sich an Deutschlands Südgrenze bei Mittenwald in die Geisterklamm zu trauen.

Text: Beate Wand

Grimassen und Fratzen. Wer lange genug von oben auf die schäumende Leutascher Ache starrt, kann sie sehen! Die Gesellen des Klammgeists: Kobolde, Klammzwerge und Co. Für Sekundenbruchteile tauchen sie auf. Mal ein langer Bart, dann zwei starrende -Augen. Und schwups – verzerrt sich das Bild, verschwindet wieder im reißenden Fluss. Zieht der Klammgeist sie runter? Oder war es doch nur eine Täuschung, bloß Kränze und Kringel von Strudeln, die im türkisfarbenen Band am Grund der dunklen Ritze auf und ab tänzeln? Metallischer Hall von Schritten reißt mich aus den Gedanken. Der Gittersteig vibriert jedes Mal, wenn jemand vorbeischreitet. Scheinbar schwebend schlingt er sich um eine nahezu senkrechte, bis 75 Meter hohe Felswand. Je nach Pegelstand rauscht der Blick über 45 Meter von dieser Galerie in die Tiefe. Die fast brusthohe, mit Maschendraht ausgekleidete Brüstung gibt dabei ein sicheres Gefühl.

Klammgeist und Kobold auf der Spur

Im Frühjahr, wenn das Schmelzwasser in der Leutascher Ache nur so tost und braust, rumpeln und poltern Kobolde darin, feiern und tanzen zu sonderbarer Musik. So glaubten die Menschen zumindest früher. Als Gehilfen eines Geists, der von den Bergen herabgestiegen sei und sich in der unzugänglichen Klamm verstecke. Ein überirdisches Wesen, das gemeinsam mit Kobolden und Zwergen den Ausgang des Leutaschtals bewache. Manche hätten den Geist auch im nahen Mittenwald über die Felder fliegen sehen, heißt es, das taufeuchte Gras des Sommermorgens mit sprühenden Goldfunken überziehend. Anstelle von Fußabdrücken blieb nur versengtes Gras zurück. Es glänzte wie Gold, zerfiel aber zu Asche, wenn es jemand aufheben wollte. Die Menschen aus der Umgebung der Leutaschklamm suchten nach Erklärungen für all die unheimlichen Geräusche der Naturgewalt, die durch den Canyon schnaubte.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 3/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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