Geltinger Birk: Wie Ferien in Pommerby

Wildpferde und Schottische Hochlandrinder bereiten den Vögeln im Naturschutzgebiet Geltinger Birk ein Paradies. Doch auch Menschen sind begeistert von Wellen, Wind und Weite, genießen Ruhe und Abgeschiedenheit am Nordostzipfel Schleswig-Holsteins.

Text & Fotos: Beate Wand

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Briefmarkenmotiv: Die Deutsche Post verewigte den Leuchtturm Falshöft 2010 auf einer 55-Cent-Briefmarke. Nördlich des Turms beginnt mit dem Naturschutzgebiet Geltinger Birk ein Vogelparadies.
© Beate Wand

Im Topf brodelt eine rote Masse. Margarete Lidman rührt sie mit dem Holzlöffel um. Morgens befreit sie die Büsche in ihrem Garten hinterm Deich von der Last reifer Früchte. Wenn ihre Pensionsgäste gefrühstückt haben und Ruhe in der riesigen Küche einkehrt, kocht die Wirtin Marmelade ­daraus. So rot wie die Erdbeeren und Johannisbeeren auf dem Herd blubbern, so rot strahlen auch die Kringel des Leuchtturms Falshöft. Er steht – umgeben von ein paar Schafen – vor dem Deich und ist ein echter Hingucker: Von der Dachterrasse, aus dem Frühstücksraum, von den Balkonen, aus dem Garten, auf dem kurzen Weg zum Ostseestrand – überall verfeinert der Signal­geber das Panorama.

Einst wies sein Orientierungsfeuer Seefahrer auf die Untiefen Kalkgrund und Bredgrund in der Einfahrt der Flensburger Förde hin. Doch seit die Kapitäne ihre Schiffe per GPS navigieren, verlieren die Seezeichen an den Küsten ihre Bedeutung. So erlosch das Feuer auf Falshöft 2002 nach nur 92 Jahren. Heute brennt es als weißes Festlicht erneut. Das Amt Geltinger Bucht kaufte den denkmalgeschützten Leuchtturm und traut darin heiratswillige Paare. Im Kleid der dänischen Nationalfarben signalisiert der Turm auch, dass es nicht mehr weit ist bis ins nordische Nachbarland. Und der Name der Gemeinde, auf der er fußt, klingt, als sei er nordeuropäischer Kinderliteratur entsprungen: Pommerby, sprich: Pommerbü.

Rund vier Kilometer westlich des Leuchtturms ragt eine ­andere Landmarke in die Höhe: die Mühle Charlotte. Sie steht am Geltinger Noor, einem geschützten Flachwasserbereich, der von der Geltinger Bucht am südlichen Auslauf der Flensburger ­Förde abzweigt. Zwischen Mühle und Leuchtturm schiebt sich eine Landzunge ins Wasser, die Außenförde und Ostsee voneinander trennt: die Geltinger Birk. Sowohl die Mühle als auch der Leuchtturm eignen sich als Ausgangspunkt für die etwa 13 Kilometer lange Wanderung um die Birk. Etwa zwei Drittel des Weges laufen durch das Naturschutzgebiet Geltinger Birk. An beiden Küsten, im Noor und zur Spitze der Landzunge hin, schafft es besonders für Vögel einen wertvollen Rückzugsraum.

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 6/2013 von wanderlust.

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Voller Durchblick: NABU-Naturschutzwartin Nadine Menke beobachtet durch das Spektiv die reiche Vogelwelt der Geltinger Birk.
© Beate Wand

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2013

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