Glatze überm Gletschersee

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Das Achertal zu Füßen: Am Katzenkopf saust der Blick vom Mummelsee-Hornisgrindepfad hinunter nach Ottenhöfen.
© Beate Wand

Der Nationalpark im Schwarzwald beschreitet sein siebtes Jahr. Rangerin Friederike Schneider führt bei ihren Führungen durch lange ungenutzten Wald, auf der Grinde und in einer Schlucht vor Augen, was „Natur Natur sein lassen“ vom klassischen Naturschutzgebiet unterscheidet.

Text: Beate Wand

Geradewegs in den Himmel steuert der Weg. So scheint es jedenfalls. Bauschige Wolken kräuseln sich dicht unter den Füßen, dass man sie mit dem nächsten Schritt am liebsten wegkicken möchte. Von der begrasten Hangkante sausen die Blicke über Wipfel hinab, aufgefangen von grünen Matten, die sich zwischen die aufgesprungenen Bergkämme entlang des Achertals betten. Darauf ausgestreut die roten Dächer von Seebach und Ottenhöfen. Weiter hinten umnebelt bläulicher Dunst die entfernteren Höhenzüge. Der Mummelsee-Hornisgrindepfad umkurvt zusammen mit der roten Raute des Westwegs den Katzenkopf. Dabei steigt er vom Mummelsee aufs Dach des Nordschwarzwalds: die Hornisgrinde.

Der Westweg durchkämmt Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge schon seit 120 Jahren: zwölf Etappen, von Pforzheim bis nach Basel. Zwischen dem Kraichgau im Norden und Hochrhein im Süden buckeln auf 150 Kilometern die rundgeschliffenen Kuppen des Waldgebirges auf. Am höchsten im Süden. In der Umgebung des knapp 1.500 Meter hohen Feldbergs hob einst eine ungleichmäßige Aufwölbung das Fundament des Schwarzwalds, Grundgebirge aus Granit, stärker heraus. Die Hornisgrinde liegt rund 350 Meter tiefer. Obwohl dort sogar noch eine fette Schicht Buntsandstein den kristallinen Sockel überdeckt.

Natursteine pflastern den Pfad, der sich nach einem Rechtszweig unter Fichten durchschlägt. Moose bekleiden die Blöcke am Wegrand. Dazwischen kriechen Blaubeersträucher empor. Ein Stück weiter stapeln sich rötliche Buntsandsteine zu einer Aussichtsterrasse. Hundert Meter über dem Mummelsee. Ein stiller Blick auf das dunkle, glitzernde Auge. Umhütet von steilen Hängen. Nur da, wo das dicke Hotel steht, könnte es aus seiner Mulde treten und sich talwärts ergießen. Diese für einen Karsee typische Gestalt ist von oben toll zu erkennen: Ein Kargletscher schürfte einst am Hang unterhalb der Hornisgrinde den Kessel aus, in dem bis heute sauer-torfiges Wasser 18 Meter tief steht. Böse Zungen unken auch „Rummelsee“.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 3/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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