Im Land des roten Rieslings

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Auf seinem Weg nach Frankfurt schwärmte Kaiser Joseph II. im Jahr 1764: „Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden!“ Das sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist die Hessische Bergstraße ein herrliches Fleckchen Erde: eine pittoreske Hügellandschaft voller historischer Städtchen und sonnenverwöhnter Weinberge.
© Alexa Christ

Auf seinem Weg nach Frankfurt schwärmte Kaiser Joseph II. im Jahr 1764: „Hier fängt Deutschland an, Italien zu werden!“ Das sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist die Hessische Bergstraße ein herrliches Fleckchen Erde: eine pittoreske Hügellandschaft voller historischer Städtchen und sonnenverwöhnter Weinberge.

Text: Alexa Christ

In meiner Kindheit gab es hier in der Altstadt noch Bauernhöfe mit richtigen Misthaufen“, erzählt die Stadtführerin Doris Pabst grinsend. Diese Zeiten sind längst vorbei. Das historische Viertel von Heppenheim hat sich ordentlich herausgeputzt. Eigentlich will ich ja durch die Weinberge rundherum wandern, aber es wäre ein Frevel, den malerischen Gassen des an der Hessischen Bergstraße gelegenen Städtchens nicht zuerst einen Besuch abzustatten. So erfahre ich inmitten barocken Fachwerkidylls allerlei Interessantes und Unerwartetes. Etwa, dass sich in dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Amtshof – einst Verwaltungssitz der Mainzer Erzbischöfe – 1948 die FDP gründete.

Dass die schöne Schmuckwerkstatt am Marktplatz das Geburtshaus von Margarethe Berg ist – Großmutter von Grace Kelly. Dass sich der derzeit wohl berühmteste Heppenheimer, Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel, in einem doppelseitigen Giebelhaus von den kräftezehrenden Runden im Cockpit erholt. Oder dass die Statue des jüdischen Schriftstellers und Religionsphilosophen Martin Buber, der bis zu seiner Emigration 1938 in Heppenheim wohnte, lebensgroß ist. Nun ja, er maß auch nur 1,59 Meter. Während wir so durch die vorbildlich sanierten Gassen schlendern, fallen die hübschen Straßenlaternen auf, die allenthalben Scherenschnittmotive des Illustrators Albert Völkl zeigen und Szenen aus der hessischen Sagenwelt darstellen. „Bis auf diese hier“, deutet Doris Pabst an der Ecke zur Schulgasse in die Höhe. „Diese Laterne zeigt einen in Heppenheim sehr beliebten Wirt beim Auskehren.“ Besagter Wirt heißt Claus Brauch und biegt tatsächlich gerade aus dem Hof seines Wohnhauses. „Gut 25 Jahre habe ich den Weinstand ‚Zum Goldenen Einlauf‘ auf dem alljährlich stattfindenden Weinmarkt betrieben. Der hieß so in Anspielung auf meinen eigentlichen Beruf – ich betreibe nämlich einen Pflegedienst“, erzählt der gemütlich aussehende Hesse augenzwinkernd.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 6/2021. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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