Maria, hilf!

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Weitblick: Der Felssporn „Hohe Ley“ bietet eine herrliche Aussicht auf die Kroppacher Schweiz.
© Alexa Christ

Wenn etwas besonders schön ist, trägt es gern den Zusatz „Schweiz“ im Namen – so auch die Kroppacher Schweiz im Westerwald. Zwischen rauem Schieferfels, grünen Wiesen und lauschigen Wäldern verbindet der Marienweg zwei jahrhundertealte Klöster, deren Ursprung auf das Wirken der Gottesmutter zurückgehen soll. Auf den Spuren von Mönchen und Pilgern …

Text: Alexa Christ

Sonntagmorgen, 9.30 Uhr, Bahnhof Hachenburg: Um uns herum nur Vogelgezwitscher, sonst lauschige Stille. Kein Mensch zu sehen. Das malerische Fachwerkstädtchen, auch „Perle des Westerwalds“ gepriesen, hat den Wecker überhört und schläft noch. Endlich zuckelt langsam und leise die RB90 in den Bahnhof – ganz so, als hätte sie Angst, die Schlafmütze zu wecken. Wir steigen ein. Grüne Wiesen, verträumte Dörfer, sanfte Hügel ziehen am Fenster vorbei. Nach einer halben Stunde spuckt uns die Bahn im Nirgendwo aus. Wir laufen rund zwei Kilometer zum Startpunkt unserer Wanderung: dem Kloster Marienthal, das heute kein Kloster mehr ist, sondern eine Bildungsstätte des Erzbistums Köln. Hier beginnt der Marienweg, der auf gut 20 Kilometern zum Kloster Marienstatt führt, wo auch heute noch Zisterziensermönche leben und arbeiten. Dem verschlungenen Pfad, der die beiden Klöster miteinander verbindet, sollen schon seit dem Mittelalter Pilger gefolgt sein. Marienthal, Marienstatt, Marienweg – es scheint, als hätte der Westerwälder eine besondere Beziehung zur Gottesmutter.

Marienkult seit dem Mittelalter

Alles begann wohl mit einem einfachen Marienbildnis, von einem Hirten geschnitzt. Die schmerzhafte Mutter Gottes, die ihren Sohn Jesus im Schoß wiegt. Unter einer mächtigen Eiche stellte der unbekannte Künstler das Gnadenbild auf. 1423 war das. Bald kamen die ersten Wallfahrer. Es entstand eine Kapelle, die ein neues Gnadenbild erhielt, weil das erste die rauen Witterungsverhältnisse nicht überlebt hatte. Der Marienkult im Westerwald boomte. Schnell folgten eine Kirche, zuletzt ein Kloster. Franziskanermönche im „Tal der Maria“. Die Mönche verließen das Tal 1974, die heilige Maria blieb. Kurz statten wir ihr einen Besuch in der Seitenkapelle der zitronengelb gestrichenen Kirche ab. Etliche vor uns haben hier die Hilfe der Gottesmutter erfleht – und scheinbar auch erhalten, denn mit Gedenktafeln und Einträgen im Gästebuch bedanken sie sich für die Unterstützung von ganz oben. Andere sitzen im stillen Gebet versunken vor dem barocken Hochaltar.

Leise ziehen wir uns zurück. Machen uns auf den gut ausgeschilderten Weg durch den Wald. Passieren zunächst ein trauriges Trümmerfeld des Borkenkäfers. „Wir sind im Norden von Rheinland-Pfalz von den Dürresommern der letzten Jahre besonders stark betroffen“, gibt Verbandsbürgermeister Peter Klöckner zu. „Mit den Rückarbeiten kommen wir kaum hinterher.“ Um den Wald in Zukunft widerstandsfähiger zu machen, würde er am liebsten nur das wachsen lassen, was von alleine kommt.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 5/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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