Mit Chiemseeblick: Geschichten von der Alm

Augenschmaus für Wanderer: Wer die knackigen Steigungen des Premiumwanderweges „Chiemseeblick alpin“ auf sich nimmt, den belohnen unvergessliche Panoramen und regionale Spezialitäten. Das i-Tüpfelchen einer solchen Tour sind Bergführer wie Sepp.

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Maximal gelassen: wanderlust-Redakteur David Vinzentz mit Bergführer Sepp auf dem Weg zur Stoibenmöseralm
© Nadine Rupp

Text: David Vinzentz, Fotos: Nadine Rupp

Pünktlich um 8 Uhr morgens steht Bergführer Sepp auf der Matte. Er ist ehemaliger Geschichtslehrer aus Reit im Winkl und kennt die historischen Ereignisse der Region wie kein Zweiter. Auch weiß er an nahezu jeder Wegzweigung eine Anekdote zu erzählen. Doch das wird sich erst ein bisschen später zeigen.

Bevor wir starten, gibt es eine Lagebesprechung zu unserer bevorstehenden Tour. „Der Weg an sich existiert schon seit langer Zeit“, erklärt Sepp. Das Deutsche Wanderinstitut zertifizierte ihn jedoch erst 2014 als Premiumwanderweg. Einige kleinere Neuerungen wurden dafür vorgenommen. Die Bedingungen für die Zertifizierung erfüllt die Strecke insgesamt aber ganz offensichtlich. Landschaftsbilder sind hier wie Postkarten: Freie Sicht auf das Reit im Winkler Tal, das Kaisergebirge, die Hohen Tauern und an der höchsten Stelle – der Stoibenmöseralm – dieser sensationelle Blick auf den Chiemsee. Die zahlreichen Panoramablicke auf die Bergwelt rund um Reit im Winkl sind aber nur eines der vielen Tourenhighlights.

Auch die vielfältige, in tausend Farben blühende Flora und ursprüngliche Natur stechen ins Auge. Herrliche Bergwälder und waldgerahmte Almen sorgen immer wieder dafür, dass die Wanderung zum abwechslungsreichen Erlebnis wird. Auf den an der Strecke liegenden Almen warten bei einer Auszeit almtypische Brotzeiten und selbstgemachte kulinarische Spezialitäten. Unterschätzen sollte man die tagesfüllende Tour auf dem Rundwanderweg aber nicht. An einigen Stellen finden sich sehr steile Hänge. Trittsicherheit und Kondition sind deshalb gefragt.

Ein nachdenklicher Start

Die offiziell ausgeschilderte Route startet am Festsaal von Reit im Winkl, südlich des Chiemsees. Von dort aus führt sie zum ersten großen Aussichtspunkt, dem Wetterkreuz. Wir gehen aber etwas weiter östlich los. Ein kleiner Weg direkt hinter dem Hotel Edelweiß führt mit saftigem Anstieg zunächst zur Kriegergedächtniskapelle, die sich hübsch an den Hausberghang schmiegt. Von hier lassen wir den Blick über die Dächer Reit im Winkls bis hin zum Peternhof in Kössen schweifen. Innen sehen wir links und rechts auf Marmortafeln die Namen der Soldaten aus Reit im Winkl gemeißelt, die in den beiden Weltkriegen gefallen sind. Sepp lässt seinen Blick andächtig über die Tafeln schweifen. Zielsicher zeigt er auf den Namen Haslberger Franz: „Mein Bruder“, flüstert er fast. So quirlig und fröhlich Sepp den Rest der Wanderung auch ist, hier in der Kapelle wirkt er sehr ernst und nachdenklich. „Er war ein bekannter Skispringer“, erzählt Sepp. Ein Sonnenstrahl fällt durch den kleinen Fensterschlitz der Kirchentür ins Innere. „Olympiateilnehmer und 1938 Deutscher Meister im Skispringen. Nach ihm ist die große Sprungschanze in Reit im Winkl benannt, die Franz-Haslberger-Schanze“, fügt der 79-Jährige hinzu. Als wir die Kapelle verlassen, winkt er mit einem Arm zum Zeichen des Aufbruchs. „Jetzt geht es richtig los“, heißt das in Sepp-Sprache.

Schon nach wenigen Minuten, die wir auf dem schmalen Scheffelweg zurückgelegt haben, finden wir uns inmitten wildester Natur wieder. Steinalte Bäume, die in die Höhe wachsen, reichen sich unter uns ihre Wurzelhände. Immer wieder schimmert zwischen den dichten Baumgruppen das atemberaubende Panorama durch. Schaue ich nach oben, lassen sich durch das Blätterdach Flecken des strahlend blauen Himmels erkennen.

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Verweilen empfohlen: Immer wieder bietet die Strecke wunderschöne Panoramablicke. Hier auf das Reit im Winkler Tal.
© Nadine Rupp

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 6/2015 von wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2015

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