Mythische Natur

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„Und aus den Wiesen steiget …“ Der Text von Matthias Claudius’ Abendlied passt perfekt zur Dämmerung im Rambower Moor.
© Beate Wand

Wo die Elbe für lange Zeit die beiden Teile Deutschlands trennte, wuchsen Naturparadiese. Unterschiedliche Tiere und Pflanzen finden in einer wiederbelebten Aue, an einer riesigen Binnendüne und in einem Moor über einem eingebrochenen Salzstock ihren Schlupfwinkel. Drei Wege durch außergewöhnliche Lebensräume, auf denen Wanderer zu jeder Jahreszeit faszinierende Naturschauspiele erleben können.

Text: Beate Wand

Kaum ist die Sonne hinter den Wipfeln verschwunden, steigt Nebel auf. Er quillt wie von Geisterhand gezogen aus dem Boden hervor, überzieht die längliche Senke im Nu mit einer Decke. Ein Gebüsch wird zur Insel, umwabert von einem weißen Meer. Die Rinder haben sich längt an die etwas höhergelegenen Ränder der Weide verzogen, wollen trockene Füße behalten. Ein paar Schritte weiter queren drei Rehe den Weg direkt vor unseren Nasen, hüpfen in riesigen Sätzen von einer Seite auf die andere. Oder haben wir das jetzt nur geträumt? Nur der quietschende Ruf einer Wasserralle durchbricht ab und an die Stille. Ansonsten ist bei den Wasservögeln mittlerweile Ruhe eingekehrt. Mit Einbruch der Dämmerung flogen mehrere Formationen trompetend und schnatternd ein. Sie verbringen die Nacht nun gemeinsam auf den Wasserstellen des Rambower Moors – das liegt bei Kranichen, Schwänen und Gänsen voll im Trend. Den meisten Menschen ist es allerdings eher unbekannt: Das Moor erstreckt sich zwischen Karstädt und Lenzen an der Elbe in der Prignitz, einem recht menschenleeren Landstrich im Nordwesten Brandenburgs.

Geologische Laune der Natur

Der See ist das Überbleibsel eines viel größeren Gewässers, das sich ursprünglich in der gesamten Ebene zwischen dem Örtchen Rambow und der gegenüberliegenden Talseite ergoss. Wie eine etwa elf Kilometer lange, höchstens 500 bis 1.000 Meter breite Badewanne verbindet eine eingekerbte Rinne verschlafene Nester wie Rambow und Boberow mit dem Elbstrom. Ihr steiler Rand ragt bis zu 40 Meter über dem Grund auf – ein eingesackter Korridor, dem besonders Wasservögel gern folgen. Unterirdisch laugte einst Wasser Salze aus dem Ausläufer des Gorlebener Salzstocks, so sank das Erdreich ab. Diese Rambower Rinne füllte sich nach der jüngsten Eiszeit mit Wasser. Es staute sich, verlandete und vermoorte mit der Zeit. Weiter Richtung Elbe steht mit dem Rudower See bis heute Wasser in der Wanne.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 3/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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