Reiherbachtal: Durch den Hutewald

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Wald des Jahres 2013 und Qualitätsnaturpark: Blick vom Klimaturm im Erlebniswald Schönhagen über das Ahletal. Solch offene Wiesentäler unterbrechen die dünn besiedelten Wälder des Sollings.
© Beate Wand

Zwischen weitständigen Eichen und einem Teppich aus Farnen den Auerochsen und Wildpferden beim Grasen zuschauen. Ein Mittelaltertraum? Im Reiherbachtal des Sollings könnte er Wirklichkeit werden! In dem wenig bekannten Waldgebirge östlich der Weser überraschen etliche Naturschätze.

Text und Fotos: Beate Wand

Blau-metallic blitzt es auf, als er sein Hinterbein streckt und den gepanzerten Körper nach vorne schiebt. Hups, da „stolpert“ er über die Rillen zwischen den Fingern und purzelt auf den Rücken. Auf seiner Unterseite leuchtet er richtig. Kurt Hapke hilft dem Waldmistkäfer wieder auf die Beine, und die schimmernde Schönheit krabbelt über seine Hand, bis er sie vorsichtig zurück auf den Boden setzt. „Davon laufen hier jetzt viel mehr rum als früher“, erklärt der Leiter des Naturparks Solling-Vogler. Mit früher meint er: vor ­Beginn des Hutewaldprojekts.

Museum Waldweide

Seit bald 15 Jahren weiden Heckrinder und Exmoor-Ponys in dem alten Hutewald entlang des Reiherbachtals. Die Eichen wurzeln hier weit auseinander: Im Abstand von neun mal neun Metern pflanzten unsere Vorfahren sie vor rund 250 Jahren. Ausreichend Platz, um üppige Kronen auszubilden. Ihr Schirm lässt aber noch genügend Licht für Gräser am Boden durch und trägt vor allem reichlich Früchte. Etwa seit dem Mittelalter schickten die Menschen über den Sommer Pferde und Rinder zum Grasen in den Wald. Im Herbst durften sich die Schweine den Bauch mit Eicheln vollschlagen. Bis die Wälder irgendwann verwüsteten. Übernutzung – auch Bauholz sowie Laubheu entzogen die Menschen dem Stoffkreislauf – beendete diese Hute genannte Waldweide, zwang zum Umdenken und führte in eine nachhaltige Forstwirtschaft. Im Reiherbachtal rücken den alten Eichen mittlerweile stattliche Buchen auf den Pelz ­beziehungsweise auf die Borke. Sie klauen ihnen Licht und sind ohne große Pflanzenfresser im Wald konkurrenzstärker. Um die Jahrtausendwende entließen die niedersächsischen Landesforsten, der ­Naturpark und das Umweltministerium wieder Megaher­bivoren – der Fachbegriff für große Pflanzenfresser – in den einstigen Hutewald. Sie sollen das ­kulturhistorische Denkmal retten.

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 1/2015 von wanderlust.

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Mittelalterhaus beim Mittelalterwald: Auf ausgegrabenen Kellermauern der Stadt­wüs­tung Nienover steht ein rekonstruiertes Stadthaus aus dem frühen 13. Jahrhundert.
© Beate Wand

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 01 / 2015

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