Sagenhaft durch den Odenwald

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Von der Burg Lindenfels schweift der Blick über die Reste des alten Burgtors und über die Häuser des Kurstädtchens hinweg bis tief in den Odenwald hinein.
© Fuat Gören

Ob Sie das Epos um den tragischen Helden Siegfried kennen oder nicht: Auf dem Nibelungensteig wird die Nibelungensage Ebenso detailreich wie unterhaltsam thematisiert. Der Hauptakteur dieses prämierten Fernwanderwegs durch den Odenwald ist jedoch die herrliche, teilweise unberührte Natur.

Text: Fuat Gören

Leise haucht der Wind, unter blassblauem Himmel zittern Weinranken. Wir stehen an der Luciberghütte inmitten der Weinberge am Fuße des Melibokus. Unter uns liegt Zwingenberg an der Bergstraße, wo wir vor einer halben Stunde gestartet sind. Die Fachwerkhäuser der pittoresken Altstadt sind noch gut zu erkennen, die Autobahn A 5 im Hintergrund ist noch hörbar. Gerade will ich einen Schluck Wasser trinken, als Nila auch schon ungeduldig wird: „Komm, lass uns weitergehen“, sagt sie und zieht an meinem Rucksack, „ich will endlich oben ankommen“. Sie hat gut reden, sie muss ja nicht selbst laufen – Nila ist nämlich eine kleine, feuerrote Drachendame. Der niedliche Plüschdrache, Maskottchen des Nibelungensteigs, begleitet mich oben auf meinem Rucksack während meiner Wanderung und mutiert schnell zu meinem Alter Ego.

Bald taucht der Weg in den Wald ein und schlängelt sich auf schattigen Serpentinen den Hang hoch. Der Nibelungensteig verläuft in großen Teilen durch Wald, was nicht wundern darf, denn der Odenwald besteht zu 60 Prozent aus Waldgebieten. Von Laub- über Misch- bis hin zu Kiefernwäldern erfreut die ganze Bandbreite an Waldarten den Wanderer ein ums andere Mal, immer wieder gesprenkelt mit Felsen und Gestein aus Granit und Buntsandstein. Eine der Deutungen führt den Namen Odenwald auf das althochdeutsche „ôdi“ zurück, was „einsam“ oder „unbewohnt“ bedeuten soll. Entsprechend unberührte Natur findet man denn auch auf vielen Abschnitten entlang des Fernwanderwegs.

Endlich erreichen wir den Gipfel des Melibokus, mit 517 Metern die höchste Erhebung der Bergstraße. Schon am Vorabend sahen wir ihn von der beliebten Scheuergasse aus, wie er sich imposant über die Stadt erhebt. „Toll, diese Aussicht hier oben“, schwärmt Nila und lässt ihren Blick über die Rheinebene schweifen, die sich wie ein riesiger Teppich vor uns ausbreitet. Das beeindruckende Panorama reicht von Biblis in der Bergstraße fast bis zum Taunus im Norden.

Dann geht es hinab ins Balkhäuser Tal und wieder bergauf bis zum Felsberg. Dahinter windet sich der Weg regelrecht durch ein Meer aus grauen, teils mannsgroßen Felsen hinab bis ins Tal – das Reichenbacher Felsenmeer. Der Legende nach von Riesen erschaffen, sind die Gesteinsformationen tatsächlich vulkanischen Ursprungs.

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 2/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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