Sagenhaftes Waldnaabtal

Durch das romantische Waldnaabtal in der Oberpfalz führt ein ­lehrreicher Rundwanderweg, dessen markante Felsformationen auf eine besondere geologische Geschichte hinweisen.

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Text: Edda Neitz

Es ist zehn Uhr früh. Der Himmel hockt wie graue Watte über der Burg Falkenberg, die auf einem Granitklotz thront. Wegen dieser außergewöhnlich erhöhten Lage auf dem Felsen brauchte die mittelalterliche Burg aus dem 12. Jahrhundert keine Wehrmauern. Die riesigen Granitfelsenblöcke mit tiefen Spalten und gerundeten Kanten, mehr als 300 Millionen Jahre alt, sind charakteristisch für diesen Teil der Oberpfalz. Die Natur­führerin ­Angela Scharnagel und Stephanie ­Wenisch von Tourismus Oberpfälzer Wald bestehen auf einer kurzen Besichtigung, bevor wir gemeinsam durch das Wald­naabtal wandern. Schließlich steht die Burg auf ­einem der schönsten Geotope Bayerns.

Wahrscheinlich werden einige Leser und Wanderer erst einmal darüber nachdenken, wo die Oberpfalz überhaupt liegt und sie vielleicht in der Nähe der Pfalz vermuten. „Ein Zusammenhang besteht tatsächlich“, betont Angela Scharnagel. Im 14. Jahrhundert regierten die Wittelsbacher Pfalzgrafen von Heidelberg aus. Da die Landschaft hier höher liegt als die rheinische Pfalz, wurde sie folglich „obere Pfalz“ genannt. Heute heißt der Landstrich, der im Süden durch den Bayerischen Wald und die Donau, im Norden durch das Fichtelgebirge, im Westen durch die Fränkische Schweiz und im Osten durch den Böhmerwald ­begrenzt wird, kurz „Oberpfalz“.

Burg und Ort tragen den gleichen Namen, und wir starten auch gleich am Uferweg der Waldnaab, die hier gemächlich durch den kleinen Marktflecken fließt. Die Bachforelle habe sich rar gemacht, dafür gebe es wieder Flussperlmuscheln, erzählt Stephanie. Es ist schön hier. Es ist still. Fachwerkhäuser im fränkischen Stil und kleine Bauerngärten wechseln sich am Ufer ab. Am Wegesrand leuchten die blauen Blütenkörbe der Teufelskralle und die rosafarbenen Blütenkelche des Indischen Springkrautes. Bevor wir in den Wald eintauchen, zeigt Stephanie noch auf die Hammer­mühle, ein großes Backsteingebäude am Flussufer. „Das ist einer unserer letzten Zeugen aus der Zeit, als die Oberpfalz das Ruhrgebiet Deutschlands war“, sagt sie. Aufgrund des Erzreichtums war die Oberpfalz im Mittelalter nach Flandern das zweitreichste Gebiet im Heiligen ­Römischen Reich und noch lange Zeit der größte Eisenlieferant Deutschlands. Die Hammermühle bei Falkenberg ist heute ein Biobauernhof. Demnächst soll es dort auch ein gemütliches Café geben. Bis aber alles fertig ist, müssen sich die Wanderer mit einem ­Imbiss begnügen.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Ausgabe 5/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 05 / 2018

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