Schwäbische Alb - Wandern und ein Bisschen Verdi

Natur oder Kultur? In Heidenheim auf der Schwäbischen Alb lässt sich beides elegant verbinden – und dazu noch die gute Küche aus dem „Ländle“ genießen. Da ist einfach für jeden etwas dabei.

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Text und Fotos: Friederike Brauneck

Die Gräser wiegen sich im letzten Sonnenschein sanft im Wind: Hoch über mir auf dem Rand der mittelalterlichen Burgruine heben­ sie sich scharf gegen den rosafarbenen Abendhimmel ab, unter mir kämpfen Macbeth und seine Lady mit ihrem schlechten Gewissen und den schrecklichen Folgen ihrer blutigen Missetaten. Giuseppe Verdis mitreißende Musik zieht mich in ihren Bann … Aber nein, ich bin nicht in Schottland, sondern in Heidenheim an der Brenz.

Hier auf der Schwäbischen Alb wird neben herrlicher Natur Kultur vom Feinsten geboten. Besonders im Sommer kann die kleine Stadt auf ihren eigenen Festspielhügel verweisen: Schloss und Burg Hellenstein mit Oper und Konzerten, nebenan das Naturtheater vor gewachsener Kulisse. Und nicht zu vergessen die nahe gelegene Abteikirche von Kloster Neresheim. Regelmäßig finden hier klassische Konzerte einen prachtvoll barocken Rahmen.

Ein großes Angebot an Wanderwegen lockt in die Natur. Neben dem Premium­fernweg „Albschäferweg“ gibt es viele kürzere Rundtouren. Gut ausgeschildert sind die Wege, aber die Begleitung eines Alb-Guides erhöht den Informations- und Unterhaltungsgehalt ungemein. Wie zum Beispiel auf dem Meteorkrater-Rundweg um das Steinheimer Becken. Mein Guide Hans Henner hat mit 60 Jahren beschlossen, sein Hotel „Zum Kreuz“ den Kindern zu übertragen.

Vielfalt der Wege

Mit ihm lande ich in der Heide! Es muss nicht immer Lüneburg sein: Auch hier, am Meteorkrater, ist die Humusschicht karg, die Wiese mager und der Wacholder üppig. Die Pflege der Landschaft gegen drohende Verbuschung übernehmen Schafe. „Ostalbschaf“ werden sie später genannt, wenn sie als verlockender Lammbraten auf der Speise­karte landen. Hans Henner serviert dazu Kreuzknöpfle. Das Rezept für diese kleinen, rundlichen Spätzle gibt’s gleich zur Wanderung dazu: Statt Mehl nimmt er den gröberen „Dunscht, dann sind die Knöpfle a bissle feschter!“ Aber es geht nicht nur ums Kulinarische hier auf den Spuren des Urhirschs auf blauen Tafeln: Es ist vor allem eine Wanderung durch die Erdgeschichte. Das kreisrunde Steinheimer Becken entstand vor 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines kosmischen Himmelskörpers, der an dieser Stelle mit der unvorstellbaren 10.000-fachen Wucht der Hiroshima-Bombe und 72.000 Stundenkilometern auf die Erde prallte, weiß Henner. In den darauf­folgenden Jahrtausenden sammelte sich Regenwasser im entstandenen Krater – die Basis für ein abgeschlossenes Biotop. Ehemalige Korallenriffe zeugen heute von einer Zeit, als sich hier Meer statt Heide befand.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Heft 3/2016 von Wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2016

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