Stadt, Land, Wald

Sattgrüne Wälder und kulturelle Highlights vereinen sich auf den „Hermannshöhen“. Das Wegepaar, der Zusammenschluss aus Eggeweg und Hermannsweg und einer der „Top Trails of ­Germany“, zeigt den „Teuto“ in seiner ganzen ­liebenswerten und faszinierenden Vielfalt.

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Schnell wird es grün an den Ufern der Ems. Der Hermannsweg führt uns über die Soldatenbrücke, von der aus die Türme von Rheine­ ein letztes Mal ins Blickfeld rücken, ehe der Wald uns einnimmt.

Text: Franziska Peschel, Fotos: Sabine Stein

Das Sonnenlicht wirft seine Schatten und Lichtreflexe in das dichte Laub. Außer uns ist kein Wanderer unterwegs an diesem warmen Dienstagnachmittag. Das ganze Egge­gebirge scheinen wir für uns zu haben­. „Historisch ist dieser Teil nicht ganz so interessant wie der nördliche ‚Teuto‘­“, erklärt Wanderführer Bernhard Kornek. „Dafür ist es hier bei uns ruhiger.“ Auffallend. Doch wenn Kornek erzählt, scheint es, als sei die Egge das historisch reichste Gebiet des Landes, denn er kennt seine Heimat gut. Bei unserer Wanderung auf dem südlichen Teil der Hermannshöhen handelt es sich um einen „Schnatgang“, übersetzt er uns. Im Driburger Dialekt bedeutet das so viel wie eine Wanderung an einer Grenze. Der Kamm der Egge trennt das Paderborner Land vom Driburger Land mit einer­ beeindruckend sichtbaren natürlichen Grenze. Beim Blick nach links bilden alte Buchen und hohe Gräser einen lichten Wald, in dem Licht und Schatten miteinander spielen. Auf der rechten Seite verleihen dunkle Fichten und feuchtes Moos der Umgebung einen Hauch von Grimmscher Märchenwelt. Bedingt ist diese Grenze durch den Boden, Kalk auf der einen, Sandstein auf der anderen Seite.

Nach zahlreichen lebhaften Erzählungen aus Historie und Geschichte wollen wir uns einen Abstecher nach Neuenheerse nicht nehmen lassen. Das gemütliche Dorf liegt nur etwa einen Kilometer vom Eggeweg entfernt und ist vor allem für seine schmucke Stiftskirche bekannt. Die kleine, von Feuer und Krieg gebeutelte Kirche vereint drei verschiedene Baustile in ihren Mauern. Die Südseite ist noch das romanische Original von 868. Die gegenüberliegende Mauer fiel einem Brand zum Opfer und wurde im gotischen Stil wiederaufgebaut. Um 1700 wurde dem Bau mit dem barocken Innenausbau samt prunkvoller Orgel und Kanzel der protestantische Stempel aufgesetzt.

Rheine – ein attraktiver Startort

Doch einen Schritt zurück: Noch bevor wir die elfte Etappe und damit den Weg nach Neuenheerse antreten, empfängt uns der Ort Bad Driburg. Der Gräfliche Park hat in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche Kurgäste wie bedeutende Kunstschaffende mit dem Motto „Gesundheit durch Wasser“ in seinen Bann gezogen. Denn den Bad Driburger Mineralquellen und Moorbädern wird eine heilende Wirkung zugeschrieben. Die verschlungenen Pfade in dem 65 Hektar großen Parkgelände geben eine Idee davon, wie einst Friedrich Hölderlin­ und seine Geliebte „Diotima“ zwischen dem uralten Baumbestand lustwandelten. Auch heute noch lädt der in die waldreiche Umgebung eingebettete englische Landschaftsgarten mit wahren Kunstwerken der Botanik zum Flanieren ein.

Genau so, mit einer Aufforderung zum Flanieren, heißen uns die Hermannshöhen überhaupt erst willkommen. In Rheine beginnen wir unsere Wanderung ohne große Anstrengung. Umringt von den alten Giebeln laden zunächst die gemütlichen Cafés am historischen Marktplatz zum Verweilen ein, bevor wir den Weg antreten. Der Wegeverlauf führt uns über die drei Brücken der Stadt, bevor wir ins Grüne kommen. Wer sich von der Anreise zunächst ausruhen möchte, findet in der Saline Bentlage Gelegenheit dazu. Die tausendjährige Salinenanlage ist umgeben von grüner Landschaft und zieht mit Klosteranlage und Reliquiengarten Erholungs- und Kultur­suchende von nah und fern an.

Den kompletten Artikel erhalten Sie in Heft 6/2016 von Wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 06 / 2016

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