Tiefes Wasser und schroffe Wände

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Im „Grand Canyon des Schwarzwalds“: Senkrecht herabstürzenden Muschelkalkwänden hat die Wutachschlucht ihren Spitznamen zu verdanken.
© Beate Wand

100 Millionen Jahre Erdgeschichte auf 30 Kilometern Wanderstrecke! Bis heute verändert die Wutach beständig ihr wildes Gesicht. Grundgebirgsschlucht, Canyon, Klamm – der Star unter Deutschlands Schluchten beherrscht alle Spielarten der Enge. Auch die stillere Rötenbachschlucht macht Spaß – sie ist eher noch ein Geheimtipp im Schatten der berühmten Schwester.

Text: Beate Wand

Fast blenden sie, wenn man in der dunklen Talsohle steht. So hell sind die Wände, die sich bis zu 80 Meter hoch auftürmen. Mehrfach springt der kantige Fels eine Stufe zurück. Den Grund der Schlucht durchzieht ein flacher Streifen Wasser, der jenseits der riesigen Gesteinsbank sanft in einen Strand aus grobkantigem, weißem Schotter ausfließt. Kaum vorstellbar, dass dieses Rinnsal die Kraft aufbringt, den Muschelkalk zu unterhöhlen. Aber an so einem herrlichen Sommertag führt die Wutach naturgemäß nur wenig Wasser. Noch dazu verliert der schürfende Schwarzwaldfluss hier in seiner mittleren Schlucht einiges: Sein Wasser löst das Kalkgestein im Untergrund an. In diesen Klüften versinkt ein Großteil des Wassers. Doch einen guten Kilometer flussabwärts quillt es am Fuße eines Felsens wieder hervor.

Ein langer, tiefer Riss

Die Wutach. Hoch vom Feldberg kommt sie her. Da oben heißt sie noch Seebach, speist den Titisee und kommt als Gutach, als „gute Ach“ wieder heraus. Bei Neustadt knickt sie plötzlich um 90 Grad ab, fließt fortan nach Südosten. Zehn Kilometer weiter trifft sie auf die Haslach und wird zur „wütenden Ach“, der Wutach. Nach Osten hin klafft ihr Tal auf etwa 30 Kilometern wie eine aufgeplatzte Schnittwunde, aus der dichter Wald emporquillt. 60 bis 170 Meter tieft sie sich in die Baar, wie die Hochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb heißt. Enge Schluchtabschnitte wechseln sich mit lieblicheren, weiteren Talbereichen ab. Der Mittelteil gilt als spektakulärstes Herzstück: Wie in einem Canyon pendelt die Wutach zwischen teilweise überhängenden Felswänden hin und her. Der Wanderweg nutzt mal die Kiesbänke in der Schottersohle als Trasse, an anderer Stelle tänzelt er ausgesetzt und seilgesichert durch oder über die Felswände, überrascht mit Blicken von oben auf das dunkel glänzende Band zwischen grünsten Kronen. Feste Schuhe sind also eine Voraussetzung dafür, wohlbehalten durch die Wutachschlucht zu kommen. Ihre Aufteilung in bestimmte Rettungssektoren dient nicht nur dazu, Wanderern den nötigen Respekt einflößen!

Den kompletten Artikel lesen Sie in wanderlust 4/2020. Das Magazin können Sie hier nachbestellen.

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