Über Herrgottsbeton

Beflügelnde Weitblicke von einer Bergkette, die ein starkes Rückgrat zeigt. Außerdem grünste Hänge mit uralten Weidebäumen und berauschende ­Wasserkraft: Mit dem Fleckchen Erde bei Oberstaufen meinte es der liebe ­Herrgott besonders gut. Vielleicht hat er es deshalb gleich in Beton gegossen!

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Herrgottsbeton: Wie Nagelköpfe schauen einstige Flusskiesel aus der Felswand.

Text & Fotos: Beate Wand

Unter dem riesigen Gipfelkreuz des Seelekopfs packen wir Gurke, Paprika und Käsebrote aus. Dabei schielt die Bergstation noch zum Greifen nah über den Grat. „Zitronengondel“ Nr. 18 schaukelte uns in zwölf Minuten die 850 Meter dort hinauf. Die quietschgelben Kleinkabinen der Luftseilbahn versprühen einen gewissen Retro-Charme – 45 Jahre haben sie auf dem Buckel. Nur 130 Höhenmeter unterhalb des benachbarten Hochgrat-Gipfels spucken sie ihre ­Fahrgäste wieder aus. Genau auf der Achse, die wie mit dem Lineal gezogen auf die Bergspitze läuft. Beiderseits dieses Rückens fließen die grünen Hänge symmetrisch talwärts. Der Abstecher nach oben lohnt sich: Mit seinen 1.834 Metern überragt der Hochgrat alle Berge in einem weiten Umkreis, nirgendwo versperrt ein anderer Gipfel die Fernsicht. Im besten Fall reicht sie bis zum Ulmer Münster, zur Zugspitze und über den gesamten Bodensee. Manchmal deutet ein Dunstband den Verlauf der Donau an.

Der Hochgrat reiht sich in den mittleren Hauptkamm der Nagelfluhkette. Über rund 24 Kilometer schiebt sich der Riegel am Nordrand der Allgäuer Alpen entlang. Sein Kammweg bezwingt 14 Gipfel, vom Hochhäderich bei Hittisau in Österreich bis zum Mittagberg nahe Immenstadt am Tal der Iller. Von seiner exponierten Lage fressen sich die Blicke einerseits weit ins Alpenvorland, auf der anderen Seite landen sie irgendwann vor den schneebedeckten Gipfeln weiter südlich. Doch aufgepasst, so viel Ablenkung kann tückisch sein! Der Weg über den Luftigen Grat braucht volle Aufmerksamkeit. Schon auf dem kurzen Stück zu unserem Picknickplatz auf dem Seelekopf müssen auch die Arme „mitwandern“: Auf der Leiter, die einen größeren Felsen hinuntersteigt, bei den Trittbrettern, die aus schräg nach oben gekippten Steinplatten gucken, und entlang der stählernen Halteseile, die immer dort gespannt sind, wo nur ein Fußbreit Platz ist.

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum Sammeln und Nachwandern erhalten Sie in Heft 3/2017 von wanderlust. Hier können Sie das Heft nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2017

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