Um ein Stück der Welt entrückt

Steilküste, Sandstrand und Strandwälle. Salzwiesen, Schilfgürtel und die letzte große Ostseelagune Schleswig-Holsteins, wo das Wasser noch natürlich ein- und ausströmen darf. Darüber schnattern, knäken und trompeten Zigtausende Vögel ihren Beifall heraus – ein irrer Lärm, doch irgendwie erholsam.

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Text & Fotos: Beate Wand

Auf der Weide leuchten die rotbräunlichen Kolosse in der Abendsonne. Wind wuschelt durch die langen Strähnen ihres dichten Fells. Er trägt frischen Meeresduft von der Ostsee aus der Hohwachter Bucht heran, die sich zwischen Fehmarn und der Kieler Förde in die Küstenlinie beult. Auch um die großen Nasenlöcher der Rindviecher dürfte eine Brise von Salz und Tang streichen. Sie rupfen am Gras, heben kurz ihre stattlichen Schädel, über denen sich gewaltige Hörner ausladend nach oben biegen, trotten ein paar Schritte weiter. Schottische Hochlandrinder. Entgegen ihrer eher furchteinflößenden Gestalt gelten sie als äußerst gutmütige Geschöpfe. Zum Glück, denn im Naturschutzgebiet Sehlendorfer Binnensee kreuzt der Wanderweg von Hohwacht nach Weissenhäuser Strand für ein kurzes Stück ihre Weidegründe. Auf den in den Boden eingelassenen Gitterrost mögen die Highlander nicht treten, so bleiben sie auf ihren Salzwiesen, die den flachen Strandsee weitläufig umringen.

Seit Generationen abgehärtet von den Stürmen im sumpfigen Nordwesten Schottlands, kommen die robusten Rinder das ganze Jahr über auf den feuchten Böden hier allein zurecht. Die Kühe bringen ohne menschliche Hilfe ihre Kälbchen zur Welt. Es reicht, wenn regelmäßig jemand vom Highlanderhof Kiene in Behrensdorf nach ihnen schaut. In ihrem Hofladen verkauft Ursula Kiene Spezialitäten mit dem Bio-Fleisch ihrer rund 300 Rinder, die 60 verschiedene Naturschutzflächen im gesamten Kreis Plön abweiden. Es gilt als ausgesprochen schmackhaft, soll nur wenig Fett und Cholesterin, dafür aber viele wertvolle Proteine haben. Das Land am Sehlendorfer See verkaufte der Graf von Platen, der einst im Schloss am anderen Ende der Wanderung logierte, an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der NABU betreut es ehrenamtlich. Die Naturschützer freuen sich besonders darüber, dass die zotteligen Landschaftspfleger sogar die ungeliebte Kartoffelrose mampfen, trotz ihrer vielen Dornen. Die aus Kamtschatka eingebürgerte Hagebuttenpflanze mit ihren pink leuchtenden Blüten überwuchert sonst in rasendem Tempo das heimische Pflanzenkleid der Dünen, raubt ihnen Licht und Luft zum Wachsen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 03 / 2018

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