Wandern im wilden Tal bei Calw

Die Tour durch das Schweinbachtal gilt als Sommerwanderung. Kein Grund, sich nicht auch mal im Winter auf den Weg durch das wilde Tal zu begeben, findet Bloggerin und ­wanderlust-Leserin Corinna Bendereit.

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Nicolas Potysch bei einer der komfortableren Überquerungen des Schweinbachs.
© Corinna Bendereit/Nicolas Potysch

Text: Corinna Bendereit

Leise rieselnder Pulverschnee, zarte Sonnenstrahlen und 16 Bachüberquerungen standen auf unserem Tourenprogramm – die erste Winterwanderung 2016 für mich und dann direkt im wildromantischen Schweinbachtal im nördlichen Schwarzwald. Calw war unser Ausgangspunkt – mit seiner liebenswerten Altstadt und den gemütlichen Cafés.

Aber noch mal von vorne: Wir, das sind mein Verlobter Nicolas Potysch und ich, waren­ unterwegs auf einer 16 km langen Wanderung mit mäßigen Höhenunterschieden. Die Rundwanderung führte uns von Calw aus ins klösterliche Hirsau, durch das urwüchsige und wildromantische Schweinbachtal nach Altburg und über Alzen­berg zurück nach Calw.

Kaum waren wir in den Wald eingetaucht, verklang der Stadtlärm nach und nach, so dass wir der leisen Melodie des fallenden Schnees lauschen konnten. Es ging einen breiten Forstweg entlang, den ich im Sommer wohl mehr als langweilig gefunden hätte, aber im Winter sah er einfach sehr romantisch aus. Bald schon konnten wir einen ersten Blick auf die imposanten Ruinen der berühmten Klosteranlage von Hirsau erhaschen. Die Ruine ist wirklich beeindruckend und war eines der Highlights auf dem Weg.

Der Weg führte uns nun quer über ein Firmengelände, um dann dem Fluss folgend im Wald zu verschwinden. Aus dem geteerten Weg wurde schnell ein gemütlicher Waldweg, dem wir folgten, während neben uns der Schweinbach fröhlich vor sich hingluckerte und Myriaden von Schneeflocken mit sich forttrug.

Je weiter wir das Tal hinaufstiegen, desto­ wilder wurde es. Der Pfad, erst noch ein gut ausgebauter Waldweg, verdichtete sich nach und nach zu einem Schleichweg. Ich liebe solche Wege. Besonders schön waren auch die vielen Brücken und „Quasi-­Brücken“, die wir immer wieder überquerten. Zunächst waren es noch stabile Holzbrücken, die viel begangen werden. Je länger wir dem Pfad Richtung „Steinerne Brücke“ folgten, desto spartanischer wurden die Konstruktionen. Nach der Hälfte des Tals hüpften wir munter über hübsch arrangierte Felsen, um den Bach zu queren. Die schneebedeckten Felsen mussten mit Konzentration überquert werden, wollte man nicht im Schweinbach landen.

Insgesamt haben wir den Bach 16 Mal gequert­, ich hätte noch stundenlang in dieser unberührten Wildnis weiterwandern können. Kurz vor der „Steinernen Brücke“ ging es dann wieder richtig bergan. Der Weg wurde­ etwas breiter, gangbarer, führte weg vom Bach und leitete uns bald aus dem Wald hinaus Richtung Altburg. Bei guter Sicht hat man von hier oben einen wunderbaren Ausblick auf Calw und die Weiten des nördlichen Schwarzwaldes. Wir hatten dafür zuerst ein wunderschönes Lichtspiel und dann weiße Schneevorhänge.

Über einen Naturpfad stapften wir immer­ weiter hinunter Richtung Stadt. Vorbei am Wurstbrunnenbach, und bald standen wir auf dem Marktplatz von Calw. Und jetzt war die Zeit gekommen für allerköstlichsten Käse­kuchen aus dem Glas und einen dicken Kakao im Café Montagnola – der perfekte Tourenabschluss.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2016

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