Winterwandern am Tegernsee: Knirschend auf königlichen Spuren

Wildbad Kreuth südlich des Tegernsees hat eine lange und ruhmreiche Geschichte hinter sich. Hier gingen Zaren und Kaiser ein und aus, Heilwunder geschahen, und ­es wurden rauschende Feste ­gefeiert. Wenn man den geschichtsträchtigen Ort besucht, kann man seinen Zauber spüren. man auch, warum.

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Elegant und idyllisch: Wildbad Kreuth war früher ein Badehaus und ist bis heute im Besitz der ehemaligen Herrscherfamilie Bayerns, der Wittelsbacher. © Nadine Rupp

Text: Lisa-Marie Bille

Es fängt schon mal gut an. Und das ist nicht ironisch gemeint. Der Fluss, an dem der erste Teil der Wanderung entlangführt, sieht vor seiner Nadelwaldkulisse so berückend aus, als hätte ihn ein Maler dort arrangiert. Ein nicht so stilles Stillleben – immerhin hört man Schnee knirschen, Wasser gluckern, ab und zu knacken und brechen Eisplatten. Es ist die Weißach, ein Zufluss des Tegernsees. Sie hat sich jetzt, in dieser winterlichen Landschaft, glasklar und eisig wunderschöne runde Formen in das Randeis gefräst, wie gläserne Kunstwerke. Damit ist sie der Star der Wanderung. Noch. Denn bald wird sie von blaublütigen Menschen und glamouröser Geschichte zum Anfassen verdrängt werden. Doch vorerst behält die Natur den Platz im Rampenlicht. Nicht, dass ihre Schönheit im Laufe der Wanderung abnehmen würde. Aber sie dient dann als Hintergrund für die fast tausendjährige Geschichte der berühmtesten bayerischen Familie.

Aber zunächst macht uns Wanderführerin Elisabeth Lied­schreiber, genannt Litschi, auf einen nackten Felszacken aufmerksam, der in einiger Entfernung aus dem idyllischen Winterwald sticht. Der Leonhardstein erhebt sich „nur“ 1.450 Meter hoch, aber er ist sehenswert mit seinem steil abfallenden, scharfen grauen ­Gipfel. Und einiges an lokalem Ruhm hat er auch erlangt. Schließlich sprang hier einst der berühmt-berüchtigte Wilderer Hans ­Burger, genannt Lampl, herunter. Er war gerade dabei, auf der Bergspitze eine erlegte Gams in seinen Rucksack zu packen, als er bemerkte, dass er von einer Gruppe Jäger entdeckt worden war. Da warf er kurzerhand Rucksack und Gewehr hinunter und sprang hinterher. Mit unglaublichem Glück blieb er an einer Tannenspitze hängen und kam unverletzt unten an. Dann konnte er noch wie der Wind ins nahe gelegene Reichersbeuern laufen. In der späteren Gerichtsverhandlung hielt der Richter dies alles für unmöglich und sprach ihn frei – und das, obwohl es so viele Zeugen gab!

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 1/2013 von wanderlust.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 01 / 2013

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