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Feierabend im Fels

Majestätische Blicke faszinieren auf dem Fürstensteig, dem Höhenklassiker der Alpen und Paradetrail Liechtensteins. Da aber in zwei Dritteln des Kleinstaats hohe Berge regieren, gibt es noch viel mehr zu entdecken. Berggöttis und Berggottas nehmen Wanderfreudige mit und zeigen, wo es am schönsten ist.

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Text & Fotos: Beate Wand

Ein hölzernes Drehkreuz versperrt den Wanderweg. Davor leuchten ein paar Enziane blau aus den Grassoden, die sich auf dem nackten Gestein fläzen. Das Gätterli, wie die Liechtensteiner sagen, kreist mit einem leichten Quietschen und entlässt die Durchgehenden in eine andere Welt: Auf den ersten Schritten verschränken noch ein paar Legföhren ihre wippenden Äste über dem Abgrund, gaukeln vor, sie könnten im Ernstfall irgendwen auffangen. Dann besiegen Grau- und Beige-Töne das Grün. Scharfkantig, zackig und rau stoßen auf der einen Seite die blanken Wände empor, während zur anderen der Abgrund gähnt. Bis zum schmalen, schnurgeraden und sil­brig glänzenden Band des Rheins stürzen die Blicke. Spektakulär. „Fotos­ nur an sicheren Plätzen“, warnt Herbert Wilscher, unser Berggötti, als er die Gruppe am eigens für den Fürstensteig aufgestellten Steinschlag-Schild auf die Felspassage einstimmt. „Wir wollen alle zusammen zur Hütte kommen, konzentriert euch!“

Überraschend deutlicher Ton, den der eher sanftmütig-gemütliche Herbert da anschlägt. Der Götti, vorarlbergisch für „Pate“, will als verantwortungsbewusster Wegbegleiter unsere Aufmerksamkeit schärfen. Wichtig, um sicher und heil über den vielleicht schönsten Panoramaweg der Alpen zu kommen. Beim Aufstieg zuvor gibt er sich dagegen noch ganz locker: Am Ende der Straße im Triesenberger Weiler Gaflei zückt er ein Kartenblatt und zeigt allen die rote Linie der heutigen Tour. Vier Stunden soll sie etwa dauern und über Alpspitz und Fürstensteig zum Berggasthaus auf der Alpe Sücka führen. Im Zickzack steigen wir einen Weidhang hinauf, an dem die Kühe mal im Wald äsen, mal im Gras pralle Ampferblätter rupfen; von dem sich ein Paraglider nach ein paar schnellen Schritten abstößt und unter seinem knallorangen Schirm losgleitet; auf dem der Spurweg allmählich über die Wolken aufsteigt, die sich durch die Thermik am frühen Nachmittag zu frisch aufgeschüttelten Kissen lockern.

Den kompletten Artikel rehalten Sie in Ausgabe 4/2018 von wanderlust. Hier können Sie das Magazin nachbestellen.

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 04 / 2018

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