« Voriger Artikel   |   Nächster Artikel »

Tanz auf dem Vulkan

Rein bergsteigerisch betrachtet sind die Gipfel der Äolischen Inseln bestenfalls zweite Wahl – doch Schwefelfumarolen, donnernde Eruptionen und glühende Lavabrocken, die brennende Schneisen in den Nachthimmel fräsen, bescheren Wanderern zusätzlich faszinierende Knalleffekte. Der 924 Meter hohe Stromboli, der Musterknabe des Vulkanismus, soll mit seinen -Ausbrüchen sogar schon Odysseus auf seiner Irrfahrt als Leuchtturm gedient haben.

neuer_name
Vom Gran Cratere auf der Insel Vulcano eröffnet sich ein gewaltiger Rundblick auf den gesamten Inselarchipel.
© Norbert Eisele-Hein

Text & Fotos: Norbert Eisele-Hein

Es geht runter, und es geht wieder rauf. Tiefblau funkelt das Meer, azur leuchtet der -Himmel. So weit scheint alles in Ordnung zu sein im Äolischen Inselreich. Denkste, unsere Gesichter werden immer grüner. Lediglich die weißen Schaumkronen verraten, dass das Tyrrhenische Meer ziemlich aufgewühlt ist. Bootsbursche müsste man sein. Wahrscheinlich auf hoher See geboren, kratzt es sie hingegen gar nicht, ob der Blechpott bereits Kapriolen schlägt. Der eine zieht lässig an seiner Kippe. Der andere verschlingt ein fettes Tramezzino (ein Sandwich), Thunfisch mit Mayonnaise. Uns Landeiern krampft sich der Magen.

Überhaupt scheinen die Leute hier die Dinge etwas lässiger zu betrachten. Nun gut, das Meer, die Sonne, der Vino – eben Bella Italia. Alles wunderbar, trotzdem gondeln wir gerade mitten auf dem sogenannten Highway der Vulkane oder wie die Geologen es trefflich formulieren, auf einem Teil des Vulkangürtels der Erde, umher. Schließlich befanden sich genau hier im Bermudadreieck der Feuerspucker die antiken Schmieden des Hephaistos, dem olympischen Waffenschieber, der von den Römern Vulcanus genannt wurde. Gut, es wachsen nun auch hier nicht täglich neue Inseln aus dem -Erdinneren –, aber letztlich rumpelt es doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit unter der Erdoberfläche.

Unser Ziel erscheint schemenhaft am Horizont. Der Stromboli, ein -Vulkankegel wie aus dem Bilderbuch. Die wenigen Ortschaften krallen sich förmlich an die steilen Flanken dieses majestätischen Gipfels. Die weiß gekalkten Kuben kontrastieren hervorragend mit der schwarzen Vulkan-asche des Stromboli. Sie erstrahlen wie Farbtupfer auf einem impressionistischen Gemälde.

Geschafft, endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Die 930 Höhenmeter bis zum Kraterrand haben es in sich. Auf dem zunächst noch befestigten Serpentinenpfad -gewinnen wir schnell an Höhe. -Weiter oben in der bröseligen Vulkanasche dagegen, stolpert es sich ziemlich kraftraubend voran. Auf der Serra Vancori, dem alten Kraterrand ist Endstation. Von hier genießen wir einen phänomenalen Einblick in die 200 Meter darunter liegende Fossa, den derzeit aktiven Kraterkomplex mit -seinen weit aufgerissenen Glutmäulern.

Den vollständigen Artikel inklusive aller Fotos und Wandertipps finden Sie auch in Ausgabe 3/2019 von wanderlust. Hier können Sie das komplette Magazin nachbestellen.

  • Traumhafte Aussicht

    Traumhafte AussichtVom Gran Cratere auf der Insel Vulcano eröffnet sich ein gewaltiger Rundblick auf den gesamten Inselarchipel.Norbert Eisele-Hein

  • Panorama

    PanoramaLipari – am Belvedere Quattrocchi reicht das Panorama hinter dem leuchtenden Ginster von den Felstürmen der Faraglioni bis zum rauchenden Krater auf der Nachbarinsel Vulcano.Norbert Eisele-Hein

  • Luft anhalten

    Luft anhaltenBeim Gang durch die Schwefelfumarolen oben am Gran Cratere hilft auch ein nasses Tuch gut gegen die Emissionen.Norbert Eisele-Hein

  • Leben am Stromboli

    Leben am StromboliFür den Fischer, der hier ­gerade Netze flickt, gehört das Poltern des Stromboli zum Alltag.Norbert Eisele-Hein

  • Immer unter Beobachtung

    Immer unter BeobachtungHinter der Kirche im Dorf steht im Bergführerbüro ein Seismograph. Norbert Eisele-Hein

  • Steiler Aufstieg

    Steiler AufstiegDer Aufstieg zum Gran Cratere auf Vulcano führt über einen ausgewaschenen Steig steil nach oben.Norbert Eisele-Hein

  • Blick hinab

    Blick hinabEine Lavapiste führt in vielen Serpentinen hoch zu den Kratern des Stromboli und gibt wundervolle Blicke hinab auf das Dorf mit seinen weißen Kuben und schwarzen Stränden preis.Norbert Eisele-Hein

  • Feuerwerk in Bestform

    Feuerwerk in BestformSämtliche Krater des Stromboli geben ein unglaubliches Spektakel bei ihren Eruptionen.Norbert Eisele-Hein

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Aktuelle Beilagen und Specials

  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat
  • catalog flat

Events

25.04.2019
Andermal - Schneeschuhwanderung
27.04.2019
Luzern - Frühlingswanderung Bauen-Seelisberg-Treib
28.04.2019
Cochem - RZ Wandertag: Das Wanderevent
28.04.2019
Ruhrgebietswandertag
04.05.2019
Frankenwald - Wandermarathon
12.05.2019
Frankenwald - Wander-Erlebnistag
03.07 – 08.07.2019
Deutscher Wandertag 2019 in Schmallenberg & Winterberg