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Auf der Gerlitzen: Stippvisite im Himmel

Die Gerlitzen ist ein Berg von besonderer Größe und Erscheinung. Von ­November bis April lockt sie mit garantiert weißen Pisten und ­einer sagenhaften Aussicht auf die Julischen Alpen. Aber man muss sich ­keine ­Bretter unter die Füße schnallen, um gewaltige Eindrücke mitzunehmen.

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Blaue Berge und ein pinkes Fernrohr: für wanderlust-Redakteurin Carolin Müller die beste Voraussetzung für einen Ausblick zum Dahinschmelzen.
© Sasa Despot/dpa

Text: Carolin Katharina Müller

Mein erster Gedanke: Das ist ein viel zu großer Himmel mit viel zu vielen Sternen! Dazu die Kälte, die man vergessen hatte. Wir sind aus der behaglichen Wärme des Hotels aus- und ins Sternwartenareal eingetreten. Eine schmale Treppe führt hinauf zu einer Tür, durch die man gebückt hindurchgehen muss, auf eine Plattform so groß wie ein Durchschnittswohnzimmer. Hier steht eine Kuppel oder vielmehr eine Kapsel, deren Tür noch kleiner ist als die erste. Doch die bleibt vorerst verschlossen.

Michael Risch hat uns hierhergeführt, er ist der leitende Astronom der Sternwarte und das eigentliche Herz derselben. Die ersten Sterne haben wir schon beim Empfang gesehen: das Leuchten in Rischs Augen. Sein Anliegen ist die Betrachtung des großen Ganzen, weshalb er uns anhält, für den Augenblick „einfach so“ zu stehen. Es sind keine zwei Minuten verstrichen, da beginnen die ersten, über Sternbilder zu sinnieren. Andere stellen Risch Fragen wie „Wo ist die Milchstraße?“ (direkt über uns) oder auch „Wie stehen Sie zur Astrologie?“ (gar nicht); das Übliche, bis jeder weiß, wer sich im Himmel noch weniger auskennt als der andere. Als alle Fragen gestellt und alle Köpfe gen Himmel gerichtet sind, sehen wir zum ersten Mal die Sterne. Sie teilen sich uns als eine Art von Behutsamkeit mit, die geduldig ihren Auftritt abgewartet hat. Dann geschieht etwas Seltsames.

„Man muss es gesehen haben“

Plötzlich schwebt man in der Finsternis der Nacht, sodass man nur noch das Licht und die Schatten sieht, vor allem die Schatten, blau schimmernd wie Quarzlampenlicht. Ringsum schwirren eine Handvoll bunter Leuchtkäfer vor einem Geflecht schwarzer Bäume – Lichter, die vom Tal her ins Bild ragen. Plötzlich ein hartes Surren, und Michael Risch, der geduckt und lachend in der winzigen Tür zur Sternwarte steht. Das Surren kommt von der weiß getünchten Kapsel, die sich nach allen Seiten öffnet und in ihrem Inneren ein schwarzes Teles­kop freigibt. Risch winkt uns heran. Jetzt stehen wir im Inneren des Ungetüms, artig wie Kinder im Halbkreis und voller Erwartung. Das Glück ist mit uns, das Universum zeigt sich von seiner strahlenden Seite.

Der Saturn ist gut sichtbar wie selten, meint Risch. Genauso wie eine jüngere Sterngruppe, keine 20 Lichtjahre von unserer Erde entfernt, und eine Spiralgalaxie, die ältere Sterne versammelt. Der Blick in die Ferne des Universums ist wissenschaftlich betrachtet auch immer ein Blick in seine Vergangenheit: Erreicht die Erde heute das Licht einer Sternenexplosion, die 100.000 Lichtjahre entfernt ist, dann hat diese Explosion auch vor exakt 100.000 Jahren stattgefunden. Trotzdem sind auch Wissenschaftler vor Schwärmereien nicht gefeit. Runde um Runde werfen wir einen Blick durchs Teleskop, von Michael Risch mit Vokabeln begleitet wie: „Großartig, ganz großartig. Beeindruckend, tief beeindruckend.“ Als stünde er selbst zum ersten Mal hier. Später fragt er: „Sehen Sie jetzt, wie klein wir eigentlich sind?“

Den kompletten Text inklusive aller Fotos, der Tourenbeschreibung sowie der Tourenkarte zum sammeln und nachwandern erhalten Sie in Heft 2/2014 von wanderlust.

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Ein Steinhaufen, eine einsame Hütte – und dann der ergreifende Ausblick auf eine Landschaft wie aus einer anderen Zeit.
© Sasa Despot/dpa

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: wanderlust Nr. 02 / 2014

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